stern.de-Reportage Expedition in die Kühltruhe der Welt


Die Antarktis: 40 Mal größer als Deutschland, fast vollständig vom Eis bedeckt, bis zu Minus 90 Grad Celsius kalt. Drei Wochen wird Fotograf Michael Poliza regelmäßig von seiner Abenteuerreise in die menschenfeindliche und doch so faszinierende Welt des ewigen Eises berichten.

Zwangsjacken hatten die Polarforscher im 19. Jahrhundert im Gepäck: Endlose Polarnächte und klirrende Kälte haben so manchem Besucher der Antarktis schon den Verstand geraubt. Fotograf Michael Poliza muss heute an Bord der MS Bremen mit Rettungsjacken Vorlieb nehmen - und selbst die wird er kaum brauchen. Ausgestattet mit der höchsten Eisklasse für Passagierschiffe, können mit der Bremen polare Regionen fernab der Zivilisation erkundigt werden - wie die Antarktis. Das Kreuzfahrtschiff ist regelmäßig auf spektakulären Routen in den sechsten Kontinent unterwegs. Poliza wird für stern.de auf der Fahrt ins ewige Eis dabei sein und drei Wochen lang unter www.stern.de/antarktis von Bord über seine Abenteuerreise berichten.

Denn obwohl er abends in eine bequeme und beheizte Kajüte kriechen kann, ist die Reise ans Ende der Welt keine Vergnügungsfahrt. Minus 60 Grad Celsius misst das Thermometer hier im Winter, der Rekord liegt bei 89 Grad unter null. Und selbst jetzt, im Sommer auf der Südhalbkugel, wird es kaum wärmer als frostige 35 Minusgrade. Auch dann bleibt dieser Kontinent, vierzig Mal so groß wie Deutschland, fast vollständig von Eis bedeckt.

Ganz so kalt wird es für die Passagiere der Bremen nicht. Aber das Schiff erreicht bei seiner Rundreise rund um die antarktische Halbinsel immerhin Breitengrade mit Sommer-Durchschnnittstemperaturen um den Gefrierpunkt.

Aufgrund der extremen Kälte im Landesinneren lebt dort kein Tier, das Insektengröße übertrifft. An den Küsten aber tummeln sich Pinguine, Robben und Vögel. Landraubtiere brauchen sie nicht zu fürchten, Eisbären gibt es hier keine. Genau die Fauna, die Fotograf Poliza für seine Linse sucht. Zodiac-Schlauchboote bringen ihn ganz nah an die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. "Die Reise wird mich in ein Tierreich entführen, für dessen Erhalt es sich zu kämpfen lohnt", sagt Poliza, der einmal ganz andere Tiere und ein anderes Farbspektrum fotografieren wollte, als bisher.

140 Länder hat er bereits bereist, die Welt umschippert, Löwen, Tiger und glühende Vulkane fotografiert, extreme Hitze und unglaubliche Regenschauer erlebt. Vier Jahre lang rückte er in der Savanne Leoparden und Löwen auf die Pelle oder pirschte sich mit mächtiger Fotoausrüstung an Elefanten heran. Für das perfekte Foto hockte Poliza, sonst ein eher unruhiger Geist, manchmal drei Tage lang hinterm Busch. Im letzten Jahr verwirklichte er sein bisher spektakulärstes Projekt: Mit dem Helikopter flog er von Hamburg bis nach Kapstadt, berichtet auch von dieser Expedition regelmäßig auf stern.de (www.stern.de/afrika). Aber noch nie hat er sich in eine Region gewagt, die so menschenfeindlich ist, wie die Antarktis.

In Ushuaia in Argentinien, unweit des berüchtigten Kap Hoorn, wo Atlantik und Pazifik aufeinandertreffen, ist die Tour am Freitag gestartet, und wird über die Falklandinseln, Südgeorgien bis tief in die Antarktis führen. Unter www.stern.de/antarktis wird Michael Poliza die stern.de-Leser regelmäßig in einem Logbuch von seinen Abenteuern berichten, bis er am 11. Februar wieder in Argentinien ankommt. Und vielleicht wird er sogar dabei sein, wenn die Bremen trotz Satellitennavigation eine noch unbekannte Insel entdeckt, wie im Februar 2003. Das Eiland trägt seither offiziell den Namen Bremen.

Mai

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