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US-Luftfahrt: Die Nerven liegen blank

Das Chaos im US-Luftverkehr geht weiter: Allein die Fluglinie American Airlines musste am Freitag wegen technischer Sicherheitskontrollen an ihren Maschinen erneut 570 Flüge streichen. Inzwischen sind auch andere Fluglinien und Reisende aus Europa betroffen.

Auch Passagiere, die gar keinen Anschlussflüge mit American Airlines gebucht haben, landen nach der Einreise im Frust. Tausende Flugäste sind auf den nordamerikanischen Flughäfen gestrandet und versuchen verzweifelt umzubuchen. Gerade die großen internationalen Airports in New York, Chicago, Atlanta und Dallas, die als Knotenpunkte im dichten amerikanischen Flugnetz fungieren, sind für Störungen besonders anfällig.

Hintergrund der Turbulenzen im US-Luftverkehr sind verschärfte Überprüfungen der US-Luftfahrtbehörde FAA. Sie beschuldigt die US-Fluggesellschaften, technische Routine-Kontrollen der Flugzeuge zum Teil gravierend vernachlässigt zu haben. Bei American Airlines geht es vor allem um die Überprüfung der Verkabelung in den Fahrwerksschächten von Flugzeugen des Typs McDonnell Douglas MD-80.

American betreibt 300 Maschinen dieses zweistrahligen Flugzeuges, das auch bei anderen Fluggesellschaften zum Einsatz kommt. Der Jet gehört auch bei Delta, Southwest und Alaska Airlines zum festen Bestandteil der Inlandsflotte. Das Kurz- und Mittelstreckenflugzeug gilt mit 1.191 verkauften Exemplaren als der erfolgreichste Jet von McDonnell Douglas.

Tipps für den USA-Trip

Reisende mit einem Ziel in den Vereinigten Staaten sollten mit möglichst wenig Gepäck fliegen und daran denken, dass Zahnpasta und Kosmetika nicht in das Handgepäck gehören. Vielflieger berichten, dass die Kommunikation von American Airlines miserabel sei. Kurzfristig werden Flüge gestrichen und Passagiere auf andere Flüge umgebucht. Daher bilden sich vor den Sicherheitsschleusen längere Schlangen als üblich. Auch sind Leihwagen an den Airport-Stationen inzwischen Mangelware. Gerade im Nordosten der USA steigen viele Reisende am Wochenende auf die Bahn um.

Fluggästen aus Europa steht nach einem langen Transatlantikflug noch das Einreiseritual mit den digitalen Fingerabdrücken bevor. Der internationale Flughafen von Atlanta hat jetzt noch eine weitere Hürde aufgestellt. Nach der Pass- und Zollkontrolle müssen alle Reisende eine dritte Sicherheitsschleuse passieren: Das gesamte Gepäck wird vor Betreten des amerikanischen Bodens ein weiteres Mal durchleuchtet. Flüssigkeiten, wie der im Duty-free-Shop erworbene Whiskey, müssen noch einmal aufgegeben werden, auch wenn es sich dabei nur um eine kurze Reise innerhalb des Flughafens handelt: von Atlanta nach Atlanta. Wer Glück hat, darf endlich drei Stunden nach der Landung durch die Terminaltür ins Freie treten.

(tib)

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