Von Okavango nach Wolvedans Menschenfeindlicher Liebreiz


Die Wüste Serra Cafema ist menschenfeindlich und doch fast lieblich. Nur die Himba haben es geschafft, sich diesem extremen Klima anzupassen. Seit Jahrtausenden leben sie auch heute noch fast unbeeinflusst von der Zivilisation.

Nur noch zwei Tage bis Kapstadt. Wir sind in Wolvedans, einer unglaublich schönen Farm etwas südlich von den Sossusvlei Duenen in Namibia. Eine lange und extrem interessante Reise nähert sich ihrem Ende.

Auch die letzten Tage waren voller Eindrücke: Vom ersten Regen im Okavango Delta sind wir wieder in die extreme Hitze der Serra Cafema Wüste im Hartmannstal im Norden Namibias gekommen. Krasser könnten die Gegensätze kaum sein. Es ist beeindruckend, wie in der Hitze und Trockenheit Lebewesen überhaupt überleben können.

Denn sogar dort oben am Kunene River gibt es Spring- und Gemsböcke, gelegentlich erspähen wir Geparden und Leoparden. Leider sind die Elefanten und Nashörner, die hier noch vor zwei Jahrzehnten zu finden waren, im Angola-Krieg als Zielscheiben für Schießübungen benutzt worden; inzwischen findet man im Grenzgebiet zu Angola keinen der graue Riesen mehr.

Unbeeinflusst von Zivilisation

Dieses Gebiet vom Marienfluss bis zur Skelettküste gehört zu meinen absoluten Lieblingsorten in Afrika. Obwohl extrem menschenfeindlich, ist die Wüste hier fast lieblich - so schön sind die Kombinationen von Pastellfarben und Landschaftsformen. Ein Fest fürs Auge.

Aber ohne die Serra Cafema Lodge als Basis wäre hier kein Überleben für uns möglich. Wie eine Oase des Lebens hält sie Stellung am Kunene River und versorgt uns mit den Annehmlichkeiten des Lebens: Schatten! Kalte Getränke, gutes Essen und guten Schlaf in guter Gesellschaft - was will man mehr.

Nur die Himba haben es geschafft, sich diesem extremen Klima anzupassen. Seit Jahrtausenden leben sie auch heute noch fast unbeeinflusst von der Zivilisation als Halb-Nomaden in diesem Gebiet und unter diesen harschen Bedingungen.

Mit Tapferkeit und Schmerztabletten

Nach zwei Tagen Serra Cafema sind wir zu Wolfgang und Francesca in ihr kleines Francolina geflogen und haben ein herrliches italienisches Abendessen genossen. Eigentlich wollten wir hier einen weiteren Ballonflug durchführen, aber Stefan hatte sich in den Dünen beim gekonnten Überschlag mit dem Quad-Bike den Rücken verletzt, und so sind wir morgens gleich nach Swakopmund zum Röntgen ins Krankenhaus geflogen. Mit den richtigen Schmerztabletten und einer guten Portion Tapferkeit ging es dann weiter.

Der Flug von Swakop führte uns im schönen Nachmittagslicht über die Küste und dann über die Sossusvlei-Dünen in das traumhafte Wolvedans-Naturreservat und in Stephan Bruckners Wolvedans Lodge, wo wir noch gerade rechtzeitig zum Sundowner angekommen sind. Jetzt sind wir schon wieder beim Packen für die nächste Etappe: An der Küste gen Mercury Island und dann nach Luederitz.

Michael Poliza

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