Gerichtsurteil
15 Tequilas und ein Sturz: Passagierin bekommt Entschädigung nach Kreuzfahrt

Auf einer Kreuzfahrt des Anbieters Carnival verletzte sich die 45-jährige Frau
Auf einer Kreuzfahrt des Anbieters Carnival verletzte sich die 45-jährige Frau
© Mark Newcombe / Imago Images
Einen Tequila nach dem anderen bekam eine Kreuzfahrt-Passagierin serviert – und verletzte sich anschließend. Eine Jury sprach ihr eine höhere Entschädigung zu als gefordert.

„Cheers!“ hieß das Getränkepaket, das Diana Sanders für ihre Kreuzfahrt Anfang des Jahres 2024 gebucht hatte. Und die Krankenpflegerin aus Kalifornien nahm dieses Motto wörtlich – 15 Tequilas konsumierte sie innerhalb weniger Stunden.

Anschließend stürzte sie betrunken an Bord des Kreuzfahrtschiffs und zog sich unter anderem Kopfverletzungen zu. Die US-Amerikanerin reichte deshalb Klage gegen den Veranstalter der Kreuzfahrt ein, die Reederei Carnival Cruise Line. Eine Jury in Miami sprach ihr eine Entschädigung zu, die sogar noch höher ausfiel als die geforderte Summe, berichten US-Medien. Sanders und ihre Anwälte hatten 250.000 US-Dollar gefordert, das Gericht verurteilte Carnival zur Zahlung von 300.000 Dollar. Das Unternehmen hat angekündigt, das Urteil anzufechten.

Mehr als ein Dutzend Tequilas innerhalb von acht Stunden

Sanders hatte die Kreuzfahrt zusammen mit zwei Freunden unternommen. Das von ihr gebuchte Angebot enthielt 15 Tequilas innerhalb von 24 Stunden. Diese Menge nutzte Sanders voll aus – binnen etwa achteinhalb Stunden nahm sie also mehr als ein Dutzend der hochprozentigen Shots zu sich. Während sie von Bar zu Bar zog, wurde sie auch von ihren Freunden getrennt.

Gegen Mitternacht stürzte Sanders eine Treppe hinunter, Mitglieder der Crew kümmerten sich um sie und brachten sie zurück in ihre Kabine. Die Passagierin trug Kopfverletzungen sowie einige blaue Flecken davon. Außerdem führte sie in ihrer Klage eine „emotionale Belastung“ an, die durch den Sturz entstanden sei.

Blackout auf der Kreuzfahrt

Am nächsten Morgen konnte sich die 45-Jährige nicht mehr an die Geschehnisse erinnern. Die Crew habe ihr zudem auch nicht eindeutig sagen wollen, was passiert sei. „Sie haben mir widersprüchliche Informationen gegeben“, sagte Diana Sanders in einem Video, das ihr Anwalt Spencer M. Aronfeld auf Social Media postete.

In der Klage argumentierten Sanders und ihr Anwalt, die Crew-Mitglieder hätten ihr nicht so viel Alkohol servieren dürfen, da sie offensichtlich betrunken gewesen sei. Sanders habe geschwankt, gestottert, gelallt und sich aggressiv verhalten. Carnival wiederum führte an, sie habe sich nicht übergeben und sei auch nicht an der Bar eingeschlafen. Die Jury folgte dennoch der Argumentation der Klägerin.

„Passagiere haben die Verantwortung, verantwortungsvoll mit Alkohol umzugehen“, sagte Anwalt Aronfeld. „Aber auch Kreuzfahrtgesellschaften tragen die Verantwortung, verantwortungsvoll zu servieren. Wenn man jemandem, der sichtlich betrunken ist, ein Getränk nach dem anderen ausschenkt, kann das katastrophale Folgen haben.“

epp

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