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Präsidentensuite Adlon: Schlafen wie in Abrahams Schoß

Schusssichere Wände und gepanzerte Türen - die neue Präsidentensuite im Berliner Hotel Adlon macht Schlafen so sicher wie nie. stern.de-Redakteur Jens Maier hat sich umgesehen, bevor die ersten Staatsgäste einziehen.

Wer der erste Gast in der neuen Präsidentensuite im Berliner Hotel Adlon sein wird, möchte Hoteldirektor Thomas Klippstein nicht verraten. "Wir haben eine Buchung für Mitte Mai, aber der Gast möchte anonym bleiben", sagt Klippstein bei der Präsentation der Räumlichkeiten am Dienstagmorgen. Auch wer während der Fußball-Weltmeisterschaft hier logieren wird, bleibt streng vertraulich. Die unbekannten Gäste können sich nicht nur auf die luxuriöseste, sondern auch auf die sicherste Hotelsuite Deutschlands freuen.

Insgesamt 12,5 Millionen Euro hat das Adlon investiert, um 39 seiner Hotelzimmer in 15 exklusive Suiten umzubauen. Highlight ist die neue Präsidentensuite in einem extra geschaffenen Hochsicherheitstrakt im vierten Stock. 240 Quadratmeter Wohnfläche stehen den hochkarätigen Gästen zur Verfügung. Die Suite besteht aus fünf Räumen: Wohn-, Speise-, und Arbeitszimmer sowie zwei Schlafzimmern. Daneben hat die Suite eine eigene Sauna, einen Fitnessraum sowie ein 30 Quadratmeter großes Badezimmer mit Jacuzzi und einem weiteren kleinen Bad. Ein eigener Saferaum ist ebenfalls Teil der Ausstattung wie der Kamin und die Küche für den Butler, der den Gästen 24 Stunden am Tag zur Verfügung stehen wird. Auf Wunsch kann die Suite auf 420 Quadratmeter erweitert werden, um auch Begleitpersonal wie Bodyguards, Sekretäre und Chauffeure unterzubringen.

Das sicherste Hotelzimmer Deutschlands

Das Adlon verfügt bereits über zwei Präsidentensuiten, mit der neuen und dritten sollen nun auch höchste Ansprüche erfüllt werden. "Wir haben festgestellt, dass unsere Präsidentensuiten gerade zu Anlässen wie der Berlinale sehr stark nachgefragt werden. Oft konnten wir diese Nachfrage nicht erfüllen", begründet Thomas Klippstein den Ausbau. "Hinzu kommt, dass das Sicherheitsbedürfnis von Persönlichkeiten aus Politik und Kultur stark gewachsen ist, darauf haben wir uns eingestellt." Die Präsidentensuite des Adlon sei das sicherste Hotelzimmer, das derzeit in Deutschland zu bekommen sei.

Doch so ganz lassen sich die bei der Präsentation anwesenden Journalisten nicht überzeugen: Einer betrachtet die Aufzüge, die von der Tiefgarage direkt in die Suite führen, als enormen Fehler. Ein wahres Sicherheitsrisiko sei das, sagt er, das wisse man doch aus jedem Krimi. Ein anderer sieht schon das Überfallkommando in die Wohnungen an der Behrenstraße einrücken. Von dort könne man direkt in die Suite schauen und bei einer Entführung würden da ja wohl die Todesschützen in Stellung gehen.

Bau-Beratung vom Bundeskriminalamt

Fakt ist, dass die Suite über alles verfügt, was Sicherheitstechnik heute zu bieten hat: Kugelsichere Wände und Fenster und gepanzerte Eingangstüren gehören ebenso dazu wie eine autarke Stromversorgung, eine komplett vom Gebäude abgekoppelte Fernmeldeanlage und eben die beiden Lifte, die direkt von der Tiefgarage in die Präsidentensuite führen. "Wir haben die Suite in enger Abstimmung mit dem Landes- und Bundeskriminalamt errichtet“, erklärt Klippstein die Sicherheitseinrichtungen, die die Stufe 1 erfüllen. Hat der Gast erstmal die Suite erreicht, darf er sich sicher fühlen wie in Abrahams Schoß. Damit auch auf dem Weg zur Suite nichts schief geht, hat das Adlon auch in der Tiefgarage und am Hintereingang in der Behrenstraße einen separaten Eingang bauen lassen. Dieser kann bei Bedarf sogar mit einem Baldachin überdacht werden, so dass der Gast vor neugierigen Blicken geschützt ist.

Der Gast als Hausherr

In der Suite selbst ist von den hohen Sicherheitsvorkehrungen kaum etwas zu spüren. Die Türen sind zwar dicker als gewöhnlich und die Fenster lassen sich nicht öffnen, aber ansonsten herrscht jeder nur erdenkliche Luxus. Für die Inneneinrichtung zeichnete sich Anne Maria Jagdfeld verantwortlich, die bereits für das Adlon tätig war. "Wir wollten, dass der Gast sich als Hausherr fühlt, der den Eindruck vermittelt bekommt, er sei nach kurzer Abwesenheit zu seinem alten Stammsitz zurückgekehrt", erklärt Jagdfeld ihre Einrichtung. Tatsächlich erinnert das Innere der Suite eher an ein Schloss als an ein Hotelzimmer. Schwere Holzvertäfelungen dominieren das Wohnzimmer, kostbare Möbel und Teppiche ergänzen den Stil-Mix aus verschiedenen Epochen. Das wertvolle Parkett aus alten Eichenhölzern, "Parquette de Versailles" genannt, möchte man mit Straßenschuhen gar nicht betreten. Wie ein Schlafzimmer eines preußischen Königs mutet der Master-Bedroom an: Schwere Holzstühle mit bespannter Seide, ein riesiges Bett mit Baldachin und ein offener Kamin aus Carrara-Mamor sollen es den Gästen gemütlich machen.

Der Zimmerpreis liegt bei 20.000 Euro - pro Nacht

Der Stil der Suite wird sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein. Zu düster und zu schwer wirkt gerade das Wohnzimmer, als dass man sich junge und hippe Schauspieler aus Hollywood darin vorstellen könnte. Doch Yuppies hatte das Adlon beim Bau der Suite ohnehin nicht im Blick. Neben hohen Staatsgästen möchte Hoteldirektor Thomas Klippstein "Familien" hier einquartieren. Dass er damit nicht Meiers aus Salzgitter meint, liegt bei einem Preis von 20.000 Euro pro Nacht auf der Hand. "Familien" meint zahlungskräftige Scheichs aus dem Nahen Osten, denen das Teuerste oft gerade gut genug ist.

"Panic Room" als Gimmick

Und mit einem Gimmick kann Thomas Klippstein noch aufwarten: Die Suite verfügt über einen eigenen "Panic Room“, einer Sicherheitszelle in die Personen bei Gefahr evakuiert werden können. Wie im gleichnamigen Film mit Jodie Foster habe man sich das ganze aber nicht vorzustellen. "Die Gäste müssen ja unter Umständen sehr lange Zeit dort verbringen, deshalb haben wir auch dort für ein angenehmes Ambiente gesorgt", sagt Innendesignerin Anne Maria Jagdfeld. Zu sehen bekommt den "Panic Room" an diesem Morgen allerdings niemand. Und auch die Frage, nach der Lage des Raumes bleibt wie die Frage nach dem ersten Gast unbeantwortet.

Jens Maier
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Ich bin Freiberufler und werde diskreditiert!
Ich habe als Freiberufler für eine Firma gearbeitet wo bis zur letzten Minute alles super in Ordnung war. Der nächste Auftrag stand für einen Sonntag und der wurde mir ohne Begründung entzogen ohne Angaben von Gründe und das zwölf Stunden vor Antritt. Nun gut Gespräch mit der Leitung hat ergeben das eine leitende Person ein Statement abgeben hat über die Verkaufs Menge bzw Umsatz. Damit muss ich leben an diesem Tag war nicht los. Habe mich dann bei einer anderen Promotion Agentur beworben und heute ein Gespräch gehabt mit Vorführung meiner Kenntnisse. Bei dieser Präsentation wurde die mir zur Seite gestellte BC während dem Gespräch informiert von Mitarbeitern der anderen Agentur das ich nicht zu gebrauchen wäre und sogar sehr unfreundlich meinen Job verrichten. Aus diesem Grund bin ich dann nicht genommen worden. Als ich Zuhause war habe ich die alte Agentur zur Rede gestellt was das für eine Vorgehensweise wäre dort wurde ich von der Leitung mehr oder weniger kalt gestellt mit den Worten das wäre in der Branche normal man könnte nicht dulden mich dort im Store arbeiten zu lassen das wäre nicht gut für die eigene Mannschaft. Also folgender Problem ergibt sich nun. Da ich in Düsseldorf zuhause bin und dort auch meine Tätigkeit ausübe werde ich in allen Stores nun keine Aufträge mehr erhalten wenn es dieser Agentur gestattet ist ohne ein klärendes Gespräch meinen Ruf zu beschädigen. Bitte um Hilfe da meine LebensGrundlage mir gerade dadurch entzogen wird. Ich glaube es hat etwas damit zutun das ich homosexuelle bin und einer Dame das nicht passt.