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Aussteiger-Schiffbruch: Segelboot sinkt bei erster Fahrt - "Dafür haben wir alles verkauft und in 20 Minuten war es vorbei"

Ein junges Paar wollte seinen Lebenstraum verwirklichen und mit einem Segelboot die Welt bereisen. Nur: Segeln konnten sie nicht. Nach einem Tag auf See verloren sie das Boot und alle Habseligkeiten.

Tanner Broadwell, 26, und Nikki Walsh, 24, haben alles verkauft, was sie besaßen, um ihren Lebenstraum wahr zu machen: Sie wollten mit einem Boot die Welt besegeln. Im letzten Jahr kauften sie dann ein etwa neun Meter langes Boot. Sie lebten monatelang in einem Yachthafen an der Westküste Floridas, um das alte Boot für die lange Reise vorzubereiten. Dann segelten sie los, Richtung Key West. Ein Tag später starb ihr Traum. Am Dienstag machten sie die Leinen los, am Mittwochabend kenterte das Boot, als sie versuchten, einen kleinen Hafen anzulaufen.

Der Traum vom freien Leben

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Der kuschelige Master Bedroom.

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"Dafür haben wir alles verkauft und in 20 Minuten war es vorbei", sagte Broadwell der "Tampa Bay News".  Zuvor verdiente das Paar seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Timeshare-Anteilen an Ferienanlagen. "Wir hatten dieses Leben so satt", sagte Broadwell. "Immer Leute dazu bringen, Dinge zu tun, die sie nicht tun wollen." Also fingen sie an zu sparen. Im April kauften sie das fast 50 Jahre alte Segelboot in Alabama für 5000 US-Dollar. Dann setzten sie es in Sand. 

Einziges Problem: Beide konnten nicht segeln. Broadwells Vater half ihnen, das Boot zu überführen, dabei lernte sie zumindest die Grundbegriffe. "Wir haben eine Menge guter Leute im Hafen kennengelernt", sagte Broadwell. "Jeder war beim Abschied dabei."

Falsch in den Hafen

Doch dann ging alles schief. Gegen 20:45 Uhr wollten sie in einen Hafen einlaufen, aber sie hatten Schwierigkeiten sich zurechtzufinden. Als sie die Navigationsbojen suchten, lief ihr Boot, die "Lagniapp"e, auf ein Hindernis unter Wasser. Walsh flog fast vom Boot. Die "Lagniappe" legte sich auf die Seite, der Aufprall hatte den Kiel vom Rumpf gerissen und das Boot begann Wasser aufzunehmen.

Nikki Walsh rief die Küstenwache um Hilfe. "Sie sagten, sie würden in etwa 40 Minuten da sein. Ich dachte nur: Das ist eine verdammt lange Zeit, wenn man hier draußen ist." In der gefluteten Kabine konnten sie nur ein paar Ausweise und ihren Hund retten.  "Ich stand nur wie eingefroren da", sagte Wals dem Blatt. "Ich habe einfach alles verloren, was ich je besaß. Ich sah meine Sachen davon schwimmen und kam nicht an sie ran."

Neuer Versuch

Die Rettung kam nach einer Stunde, die "Lagniappe" war schon fast versunken. Versichert war das Paar nicht. Jetzt besitzen sie noch 90 Dollar. Obendrein müssen sie das Wrack aus der Hafeneinfahrt entfernen, die Bergung kann bis zu 10.000 Dollar kosten.

Und jetzt? Beide sind geschockt, wollen aber wieder neu anfangen, sagten sie dem Reporter. Sie können beide eine Zeit lang bei seiner Mutter leben, einen Job suchen. "Ich werde nicht aufgeben", beteuerte Broadwell. "Ich besorge uns ein anderes Boot." "Wir können unsere Träume nicht einfach mit untergehen lassen", sagte Walsh.

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