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Interview

Luftfahrtexperte klärt auf: Air Berlin auf Schrumpfkurs: Was passiert mit den Billigflügen?

Die hoch verschuldete Air Berlin reduzierte ihre Flotte um die Hälfte. Welche Auswirkungen wird die Umstrukturierung auf die Ticketpreise haben? Der stern sprach mit dem Luftfahrtexperten Cord Schellenberg.

Airbus von Air Berlin

Ein Teil der Flotte von Air Berlin soll in Zukunft auch für Eurowings fliegen

Air Berlin halbiert die Flotte und betreibt künftig nur noch 75 statt bisher rund 150 Flugzeuge. Wie verändert das die deutsche Luftfahrtbranche? 

Auf den ersten Blick scheint das ein massiver Abbau zu sein. Doch es ist sehr wahrscheinlich, dass alle Flugzeuge im Einsatz bleiben. 75 Maschinen werden weiter für Air Berlin fliegen, 40 werden künftig von Lufthansa bei den Tochterfirmen Eurowings und Austrian Airlines eingesetzt, die übrigen 35 steuern in den nächsten Monaten unverändert für Air Berlin touristische Ziele an und sollen danach an einen Geschäftspartner vermietet werden. Letzteres ist aber noch unklar.

Was heißt das für Fluggäste? 

Air Berlin verkündet zwar, man sei eine „neue“ Airline, an die Fluggäste hat der Konzern aber wohl nicht gedacht: Strecken, von denen man sich trennen will, sind momentan auf Monate hinaus im Internet buchbar. Auch sollen gebuchte Tickets ihre Gültigkeit behalten. Die Lage ist unübersichtlich.

Wird das Angebot an Billigflügen in Deutschland sinken? 

Nein. Im Gegenteil: Fliegen wird in Europa günstig bleiben. So tritt Eurowings für Lufthansa im stark wachsenden Billigflieger-Markt an, gleichzeitig erhöhen Ryanair, Easyjet und Norwegian ihr Angebot an deutschen Flughäfen.


Interview: Kristina Läsker

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