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Aschewolke: Jetzt macht Island seine Flughäfen dicht

Nachdem ein isländischer Vulkan mit einer Aschewolke den europäischen Flugverkehr tagelang lahmgelegt hatte, erwischt es nun erstmals auch die Isländer selbst: Die Flughäfen in Island mussten schließen.

Der Vulkanausbruch auf Island hat nach mehr als einer Woche erstmals auch den heimischen Flugverkehr lahmgelegt: Während sich der Luftverkehr überall in Europa weitgehend wieder normalisiert hat, mussten die Behörden in Reykjavik am Freitag alle Starts und Landungen auf dem internationalen Flugplatz Keflavik absagen.

"Es ist aber nicht die Vulkanasche, sondern nur schlechte Sicht durch die Rauchwolke", sagt eine Sprecherin des Meteorologischen Instituts in Reykjavik. Deshalb hoffe man auf nur kurzfristige Auswirkungen. Auch der kleine Flughafen in Reykjavik für Inlandsverbindungen wurde bis auf weiteres gesperrt.

Es brodelt weiter

Probleme durch Asche für die 120.000 Einwohner der isländischen Hauptstadt befürchte man nicht, sagte die Sprecherin. Die Aktivitäten des Vulkans unter dem Gletscher Eyjafjalla seien unverändert stark, würden aber nur noch wenig Asche in die Atmosphäre befördern.

Der Wind in hohen Lagen in südöstliche Richtung hatte seit Mitte der vergangenen Woche Vulkanasche auf den europäischen Kontinent zugetrieben. Island selbst war in dieser Zeit nicht von Sperrungen des Luftraums betroffen, weil der Gletscher am südlichen Ende der Insel liegt.

1,7 Milliarden Euro Schaden

Die Fremdenverkehrsbranche in Europa geht davon aus, dass das Flugchaos 1,7 Milliarden Euro Umsatz gekostet hat. Niemand wisse derzeit, wer die Verantwortung für diese Einbußen übernehme, beklagte Taleb Rifai, der Generalsekretär der UN-Welttourismus-Organisation, am Freitag in Madrid. "In dieser Hinsicht herrscht ein absolutes Durcheinander."

DPA / DPA

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