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Aufruhr in Ägypten: Was Reisende jetzt wissen müssen

Seit Tagen kommt es zu Massenprotesten im Reiseland Ägypten. Viele Urlauber sorgen sich um die Sicherheit im Land der Pharaonen. Noch hat das Auswärtige Amt keine Reisewarnung ausgesprochen.

Von Till Bartels

Ägypten kommt nicht zur Ruhe. Bilder von bewaffneten Mursi-Anhängern und der jubelnden Menschenmenge auf dem Tahrir-Platz in Kairo, die den Sturz des ägyptischen Präsidenten feiern, bestimmen die Medien. Auch in anderen Städten wie Alexandria und Port Said gab es bei gewaltsamen Demonstrationen in den letzten Tagen Tote und hunderte Verletzte. Sind die Sommerferien in Ägypten noch sicher? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Warnt das Auswärtige Amt vor Reisen nach Ägypten?

Nein, im Gegensatz zur Situation zu Beginn des Jahres 2011 hat das Auswärtige Amt keine Teilreisewarnung ausgesprochen. Angesichts der Ägypten-Krise wurden jedoch die Reisehinweise auf der Website des Auswärtigen Amtes aktualisiert.

Welche Orte sollten Urlauber in Ägypten meiden?

Das Berliner Ministerium rät von Aufenthalten in einigen Großstädten ab: "Nicht notwendige Reisen nach Kairo und Alexandria sollten vor dem Hintergrund des innenpolitischen Machtkampfes und der volatilen Sicherheitslage" vermieden werden. Dementsprechend haben mehrere Veranstalter ihre Ausflüge nach Kairo bis zum 8. Juli abgesagt. Auch von Reisen in den Nord-Sinai und in das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird dringend abgeraten, ebenso vor nächtlichen Überlandfahrten.

Ist ein Badeurlaub am Roten Meer noch sicher?

Ja, denn laut Auswärtigem Amt sollten sich Reisen auf die "Urlaubsgebiete am Roten Meer, die Touristenzentren in Oberägypten" inklusive Luxor und Assuan beschränken. Unbedenklich sind also Aufenthalte in dem Touristenort Hurghada und an der Küste zwischen Sharm-el-Scheich und Nuweiba auf dem Sinai. Auch geführte Touren in der Weißen und Schwarzen Wüste sind möglich.

Kommt es zu Einschränkungen bei Nilkreuzfahrten?

Kaum, denn die meisten Flusskreuzfahrten auf dem Nil beginnen nicht in Kairo, sondern in Luxor und führen nach Assuan und zurück.

Sind Flüge ans Rote Meer via Kairo bedenklich?

Nein, sagt das Auswärtige Amt. Ein Transit über den Internationalen Flughafen Kairo ist weiterhin unproblematisch. "Der Flughafen funktioniert normal und ist gut gesichert", heißt es auf der Website.

Kann ich von einer gebuchten Ägypten-Reise zurücktreten?

Nein, denn trotz des Militärputschs besteht keine Reisewarnung für Ägypten und damit kein Recht auf eine Umbuchung oder kostenlose Stornierung. Wer eine Ägyptenreise gebucht hat und ein ungutes Gefühl hat, kann nur auf die Kulanz seines Reiseveranstalters setzen. Großzügig verhält sich der Studienreiseveranstalter Studiosus in München zu seinen Kunden: "Allen unseren Ägypten-Gästen bieten wir ein Recht auf kostenlose Umbuchung ihrer Reise bis vier Wochen vor Abreise an", sagt ein Pressesprecher.

Sind momentan viele Urlauber von den Protesten in Kairo betroffen?

Nein, denn die heißen Sommermonate in Ägypten gelten ohnehin als Nebensaison. Nach Angaben des Reisekonzerns Tui halten sich 90 Prozent der Ägypten-Urlauber in den Ferienorten am Roten Meer auf, wo es kaum zu Einschränkungen kommt. Nur für Kairo-Reisen hat Tui einen bis Montag gültigen Buchungsstopp angeordnet. Für momentan abgesagte Tagesausflüge nach Kairo und Besuche des Ägyptischen Museums erhalten Urlauber ihr Geld zurück.

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