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Bahn und Autovermieter profitieren von Aschewolke: "Es rollt alles, was rollen kann"

Weil die Aschewolke den Flugverkehr lahm gelegt hat, herrscht bei der Deutschen Bahn und bei Autovermietern Hochbetrieb.

Die Deutsche Bahn verzeichnet wegen des durch die Vulkan-Asche weitgehend lahmgelegten Flugverkehrs deutlich mehr Reisende. Deshalb hat der Konzern zusätzliche Züge und Mitarbeiter eingesetzt, um wegen der Sperrung des Luftraums über Deutschland verhinderte Fluggäste zu befördern. "Es rollt alles, was rollen kann", sagte ein Sprecher am Freitag. Er bat wegen des erwarteten Andrangs um Verständnis, falls es zu Komfort-Einschränkungen kommen sollte. Der Sprecher verwies für detaillierte Informationen auf die Website der Bahn AG und die kostenpflichtige Telefon-Hotline 01805-996633.

Auf wichtigen Strecken werden Doppelzüge eingesetzt. Dennoch könne es auf einigen Linien eng werden. Betroffen seien vor allem Strecken von den großen Flughafen-Städten wie Frankfurt, München, Berlin und Hamburg, wo Reisende auf die Bahn auswichen.

Passagiere der Lufthansa, die ihr Flugticket zur Bahnfahrt nutzen wollen, bat der Bahn-Sprecher, sich vor Fahrtantritt bei der Fluggesellschaft ein Voucher zu besorgen. Bislang gelte die Regelung, dass der Flugschein ohne weitere Kosten als Bahnfahrkarte genutzt werden kann, nur für die Lufthansa, aber nicht für German Wings oder Air Berlin.

Auch bei Autovermietern in Deutschland brummt wegen der Aschewolke das Geschäft. Angesichts zahlreicher Flugausfälle und geschlossener Flughäfen buchten gestrandete Reisende am Freitag in Scharen Mietwagen, um an ihre Ziele zu kommen. Selbst für längere Fahrten ins Ausland wurden Mietautos genutzt. Autovermieter wie Europcar und Avis registrierten eine sprunghaft gestiegene Nachfrage. An den Flughäfen bildeten sich lange Schlangen. "Die Leute wollen nach Hause kommen", sagte eine Europcar-Sprecherin in Hamburg. Wegen des starken Andrangs schlossen sich Reisenden auch zu Fahrgemeinschaften zusammen. "Da kann kein Lufthansa-Streik mithalten bei einer Aschewolke", sagte die Sprecherin eines Autovermieters.

Am Frankfurter Flughafen zogen Vermietunternehmen Wagen aus dem Umland zusammen, um die Nachfrage bedienen zu können. Trotzdem reichten die Fahrzeuge vielfach nicht. "In einigen Fällen können wir den Wunsch nicht bedienen", sagte eine Sprecherin von Avis. "Leute mit bestätigten Buchungen müssen sich aber keine Sorge machen." Auch an Bahnhöfen konnten die Autovermieter die hohe Nachfrage zum Teil nicht mehr bedienen.

APN/Reuters / Reuters

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