Flugverkehr Nur noch ein Liter Flüssiges erlaubt


Ab sofort dürfen Flugpassagiere nur noch eine eingeschränkte Menge an Flüssigkeiten mit an Bord nehmen. Die muss in einem Ein-Liter-Plastikbeutel sichtbar verpackt sein.

Vom Montag an gelten neue Regeln für das Handgepäck im Flugzeug. Grundsätzlich dürfen Fluggäste den EU-Regeln zufolge nur noch begrenzte Mengen flüssiger Stoffe mit in die Kabine nehmen. Für aufgegebene Koffer und Taschen ändere sich aber nichts, betonte die EU-Kommission in Brüssel. Die neuen Regeln sollen verhindern, dass Terroristen aus Flüssigkeiten an Bord Bomben mischen.

Zehn mal 100 Milliliter

Die wichtigste Änderung betrifft nach Kommissionsangaben flüssige und cremige Stoffe von Wasser über Duschgel und Parfüm bis zur Zahnpasta. Deren Behälter dürfen jeweils nicht mehr als 100 Milliliter fassen. Diese Tuben, Flaschen und Flacons müssen alle zusammen in einer durchsichtigen, verschließbaren Plastiktüte von höchstens einem Liter Fassungsvermögen verpackt sein. Darüber hinaus dürfen flüssige Medikamente und Spezialnahrung etwa für Babys mitgeführt werden, die während des Fluges benötigt werden. Der Fluggast muss bei den Kontrollen glaubhaft machen, dass er diese braucht.

Die Passagiere können allerdings nicht sicher sein, dass sie in allen 25 EU-Staaten entsprechende Mengen auch tatsächlich im Handgepäck mitnehmen dürfen. Ein Kommissionssprecher erläuterte, bei den Vorgaben handele es sich um Mindestvorschriften. Die EU-Staaten könnten auch schärfere Bestimmungen beschließen. Die Größe des Handgepäckstücks wird erst von Mai 2007 an offiziell beschränkt.

Bitte Schuhe ausziehen

Fluggäste müssen die Flüssigkeiten an den Zugangskontrollen im Flughafen vorzeigen. Die Vorschriften für diese Kontrollen werden auch ansonsten verschärft: Die Passagiere müssen ihre Jacken und Mäntel ausziehen und tragbare Computer aus den Reisetaschen nehmen. Die Mitgliedstaaten können auch hier noch strenger sein: So verlangt Großbritannien beispielsweise, die Schuhe auszuziehen.

Ausnahmen von der Mengenbegrenzung für Flüssigkeiten gelten für Einkäufe in Läden nach den Zugangskontrollen. Wer dort zusätzliche Getränke oder Parfüm ersteht, sollte diese aber bis zum Betreten des Flugzeugs in der versiegelten Verpackung lassen: Sonst könnten die Waren am letzten Kontroll- oder Umsteigepunkt doch noch beschlagnahmt werden, warnt die Kommission.

Die Europäische Union (EU) hat die neuen Sicherheitsvorschriften als Reaktion auf die am 10. August 2006 in London vereitelten Anschläge mit explosiven Flüssigkeiten auf den Luftverkehr erlassen.

DPA DPA

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