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Handgepäck: Flughäfen gegen Flüssigkeits-Beschränkung

Bis zu drei Tonnen Müll entstehen täglich allein auf dem Frankfurter Flughafen wegen weggeworfener Gegenstände, die nicht ins Handgepäck dürfen. Nicht nur deswegen schelten deutsche Flughäfen die Gepäckbestimmungen als unpraktikabel.

Beschränkungen für Flüssigkeiten im Handgepäck sollten Fluggästen aus Sicht der deutschen Flughäfen künftig erspart bleiben. Wenn sich bestätige, dass die Einschränkungen keine zusätzliche Sicherheit bringen, sollte die EU die unpraktikablen Vorgaben wieder abschaffen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) am Montag mit. Vor allem Reisende, die nach einem Interkontinentalflug umsteigen, müssten oft Flaschen wegwerfen. Allein auf dem größten deutschen Airport in Frankfurt/Main entstünden so täglich bis zu drei Tonnen Müll. Die EU hatte die Regeln im November 2006 nach Hinweisen auf geplante Terroranschläge mit Flüssigkeiten eingeführt. An Bord erlaubt sind seitdem nur noch Behälter bis zu 100 Milliliter.

ADV-Präsident Michael Eggenschwiler sagte in Berlin: "Passagiere können nicht verstehen, weshalb Flüssigkeiten, die sie an einem außereuropäischen Flughafen erworben haben, beim Betreten eines EU- Flughafens weggeworfen werden müssen, wenn sie eine identische Flasche hinter der Sicherheitskontrolle wieder einkaufen können." Nötig seien Sicherheitsvorkehrungen mit Augenmaß. Die Kosten dürften nicht länger auf die Flughäfen abgewälzt werden, sondern müssten vom Staat übernommen werden, forderte der Verband, der 57 Airports vertritt. Im vergangenen Jahr hätten sich die Sicherheitsausgaben der Flughafenbetreiber auf 60 Millionen Euro mehr als verdoppelt.

Ende April hatte sich bereits das Europäische Parlament für eine Aufhebung der Flüssigkeits-Beschränkungen ausgesprochen.

DPA / DPA

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