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Handgepäck: Nicht ohne meine Marmelade

Es ist nicht so, dass Sicherheitsleute an Flughäfen nicht genug zu tun hätten: Terroristen könnten Sprengstoff schmuggeln, Journalisten versuchen die Beamten zu überlisten. Und nun müssen die Kontrolleure auch noch Flüssigkeiten prüfen und aussortieren.

Von Claudia Pientka

Seit heute steht im Sicherheitsbereich des Hamburger Flughafens eine grüne Mülltonne. Um neun Uhr morgens ist sie zu einem Drittel gefüllt - und damit viel leerer als erwartet. Denn seit dem 6. November gelten neue Sicherheitsbestimmungen fürs Handgepäck: Flüssigkeiten dürfen nun nur noch in Portionen von höchstens 100 Millilitern transportiert werden, verpackt in einer Plastiktüte. Was nicht in die Tüte passt, wandert in die Mülltonne. Doch die meisten Fluggäste haben vorgesorgt, nur selten landen Rasierschaum, Handcreme oder Flaschen im Abfalleimer.

"Die Passagiere sind wirklich erstaunlich gut gerüstet", sagt Inga Wulf. Drei Tage lang hilft die Studentin am Flughafen aus und verteilt Plastiktüten - ordnungsgemäß ein Liter groß, mit Zippverschluss. "Bisher musste nur einer sein Shampoo wegwerfen, der hatte eben nur Handgepäck und nichts zum Aufgeben." Es läuft reibungslos, wer die neuen Regeln noch nicht kannte, wird von Frau Wulf aufgeklärt und mit einem Beutel ausgestattet. Und nicht nur der Hamburger Flughafenbetreiber hat Tütenverteiler engagiert, auch die Fluggesellschaft Germanwings nutzt die Gelegenheit um Zippbeutel unters Volk zu bringen - gefüllt mit Werbebroschüre und Müsliriegel.

Es geht um Sicherheit

Es ist erst Tag eins mit neuen Sicherheitsregeln, doch die meisten Fluggäste agieren schon jetzt, als sei es nie anders gewesen. In Zeiten des allgegenwärtigen Terrors sortieren viele bereits ihr Handgepäck: Nagelfeile raus, Feuerzeug rein - letzteres darf nicht im Koffer transportiert werden. Nun müssen sie eben noch auf größere Mengen Flüssigkeit verzichten, was soll's. "Das ist doch gut", sagt eine ältere Dame, "schließlich geht es um unsere Sicherheit". Doch so überzeugt wie sie ist kaum einer, die meisten nehmen es einfach hin. "Ich akzeptiere es, aber ob es sinnvoll ist?", sagt Jörg Jasper und zuckt die Schultern. Er hat seine Zahnpasta eingetütet und liegt damit bei den Männern voll im Trend. Nur die wenigsten Herren haben irgendetwas Flüssiges im Handgepäck; nur die wenigsten fühlen sich von der neuen Regelung betroffen.

Es sind größtenteils die Frauen, die zum Umpacken gezwungen werden. "Ich finde es überflüssig", sagt Suzanne Mansales, "aber was soll's. Mich betrifft es nicht". Erst einige Meter weiter wird ihr das Ausmaß der neuen Regeln bewusst, auch sie bekommt von der Sicherheitsbeamtin einen Beutel gereicht: Wimpertusche und Lipgloss müssen da rein, zwar nicht ganz flüssig aber trotzdem potenzielle Sprengstoffbehälter. Auch Katja Stuhr ist nicht glücklich: "Ich musste einiges von dem dalassen, was ich mit ins Handgepäck nehmen wollte: Deo, Parfum. Und wenn einer wirklich eine Waffe an Bord schmuggeln möchte, dann schafft er das auch."

Noch mehr Kontrolle trotz vorhandener Lücken

Das ist der allgemeine Tenor: Wenn es hilft, macht man es eben. Aber ob es hilft, daran glaubt kaum einer der Fluggäste so recht. Zu präsent sind Tests von Journalisten, denen es immer wieder gelingt, Pistolen und Messer an Bord zu schmuggeln. Und auch die eben bekannt gewordenen Ergebnisse der Realtests sind nicht gerade vertrauenserweckend: So berichtete die ARD-Sendung "Report Mainz", dass etwa 30 Prozent der Waffen unentdeckt blieben, wenn anonyme Polizisten Sicherheitsleute bei Qualitätsprüfungen testen. Schon für Enttarnung solcher groben Sicherheitsverstöße reichen Zeit und Sorgfalt nicht aus, nun sollen die Kontrolleure auch noch das Handgepäck auf unerlaubte Flüssigkeiten scannen. Und ob und wie sie den Inhalt der erlaubten 100-Milliliter-Behälter testen, bleibt unklar.

Dass gelegentlich auch mal etwas übersehen wird, darauf spekuliert am Montagmorgen auch eine ältere Dame. Selbst eingemachte Erdbeer-Marmelade hat sie in ihre Handtasche gepackt, ein Mitbringseln, von dem sie sich nun trennen muss. Denn ins Gläschen passen 250 Gramm - und damit mehr als das Doppelte der erlaubten Menge. Sie wird erwischt - schließlich sind die Kontrolleure heute auf Flüssigkeit geeicht. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Sicherheitspersonal zwischen all den Getränken, Parfums und Gelees nicht den Überblick verliert.

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(