Kreuzfahrt "Tour d'Amour" am Mittelmeer


Verliebte, die dem Herbstwetter entfliehen möchten, können am Mittelmeer zwischen der mondänen Cote d'Azur und der quirligen Amalfiküste wählen. Wer jedoch nicht aufpasst, landet in einem ganz besonderen Hafen.

Cote d'Azur oder Amalfiküste? Verliebte haben die Qual der Wahl, wenn sie bei einer Reise ans Mittelmeer Romantik pur suchen. Wer die "Tour d'Amour" in Südfrankreich beginnt, kann die zahlreichen Facetten der Hafenstadt Marseille kennen lernen. Museen und mediterran anmutende Plätze gehören ebenfalls zum Erscheinungsbild der Metropole wie etwa das Internationale Zentrum für Poesie. "Dichtkunst und Marseille in einem Atemzug nennen, so was können nur Kenner der Stadt", sagt Juliette, die Fremdenführerin, lächelnd.Sie empfiehlt einen Bummel durch "Le Panier", dem ältesten Viertel der von den alten Griechen gegründeten Stadt. Dort gibt es etwa das Museum für Mittelmeer-Archäologie, das in der "La Charité" untergebracht ist. In dem Gebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, das einst ein Armenhospiz war, sind heute auch völkerkundliche Sammlungen afrikanischer, ozeanischer und indianischer Kunst untergebracht. Nach so viel Kulturgenuss gibt es Entspannung in einerder stillen Buchten, die ebenfalls zu Marseille gehören. "Nehmen Sie eine Tafel Lavendelschokolade als Souvenir mit", rät Juliette, ehe die Reise an der Cote d'Azur weitergeht.

Picassos Inspiration

In Saint Tropez reiht sich an der Hafenpromenade Café an Café. Hier wird bis in die späte Nacht flaniert, gegafft und geflirtet. Pierre, der Straßenkünstler mit einer Staffel unweit der Promenade, lässt nicht mit sich handeln. "Aber Madame, 50 Euro für dieses Bildsind wirklich geschenkt", sagt er über ein Gemälde, das Segelschiffe auf dem betörend blauen Meer vor rosa- und gelbfarbenen Häusern zeigt. Nicht nur Pierre lässt und ließ sich bei seiner Arbeit von dem Farbenspiel in Südfrankreich inspirieren. Auch berühmte Kollegen wie Claude Monet, Pablo Picasso und Henri Matisse haben die südfranzösische Küste auf ihren Bildern verewigt. In Nizza, der Stadt der Museen, gibt es sogar ein eigenes Chagall-Museum. In den dort ausgestellten Werken wird gerne die Hochzeit als Vereinigung der Liebenden thematisiert.Bei der Fahrt entlang der Küste lohnt jeder Stopp, um den Ausblick aufs Meer zu genießen. Zum Beispiel am Cap Roux, der Spitze des Massif de l'Esterel. Nur wenige Kilometer Fahrt, und schon kann man den Rummel der weltbekannten Ferienorte an der Küste hinter sich lassen und in die Beschaulichkeit der Bergdörfer eintauchen.

Italienisches Temperament

Szenenwechsel: Autos und Motorräder brausen an wild gestikulierenden und lauthals schimpfenden Passanten vorbei. Auf einem Balkon steht eine Frau in Lockenwicklern und schreit einem vor dem Haus stehenden Obstverkäufer ihre Bestellung zu. Mitten in Neapel ist von Beschaulichkeit und Romantik nichts zu spüren. Doch bis zur Amalfiküste ist es nicht weit. Dort schmiegen sich zig Städtchen mit ihren bunten Häusern an Felsen. Über die Dächer gibt es ständig einen Blick hinunter zum azurblauen Meer.Wohin nun - an die Cote d'Azur oder an die Amalfiküste? Wer sich nicht entscheiden möchte, kann innerhalb eines siebentägigen Urlaubs beide Mittelmeerküsten erleben und obendrein das Ambiente einer Seefahrt genießen. Eine Tour d'Amour der besonderen Art bietet die amerikanische Kreuzfahrtgesellschaft "Royal Caribbean Cruises": Verliebte können nicht nur in einem der Anlegehäfen in Marseille, Nizza, Livorno, Rom oder Neapel heiraten, sondern haben zudem die Möglichkeit an Bord zu heiraten. Einige Schiffe des Unternehmens haben dafür eigens eine Hochzeitskapelle eingerichtet. Auf Schiffen, die über keine Kapelle verfügen, wird je nach Größe der Hochzeitsgesellschaft etwa in der Bibliothek oder in einem der Konferenzräume geheiratet.

In den Hafen der Ehe

"Für die Trauung darf das Paar zehn Gäste, die nicht an der Kreuzfahrt teilnehmen, mit an Bord nehmen", erläutert eine Sprecherin von Royal Caribbean Cruises. Die meisten Liebenden lassen sich vor dem Auslaufen des Schiffs trauen, dann können sie gleich anschließend in die Flitterwochen starten. Allerdings werden die Trauungen nicht vom Kapitän, sondern nur von einem Standesbeamten durchgeführt werden.Aber auch beim Landgang kann geheiratet werden. Welche Papiere im Einzelnen notwendig sind, erfährt man im Standesamt seiner Heimatgemeinde. Um den Standesbeamten an Bord beziehungsweise in dem für die Trauung ausgewählten Ort kümmert sich das Kreuzfahrtunternehmen. Für die Genehmigung, eine Hochzeit durchzuführen, fallen je nach Ort unterschiedliche Kosten an. Eine Einschränkung gibt es jedoch: "Eine Heirat auf See ist nicht möglich", erklärt die Unternehmenssprecherin, "dieses Schiff muss bereits im Hafen liegen."

Sabine Meuter/DDP DDP

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