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Hotel Reichshof in Hamburg: Ein Traum aus Marmor, Messing und Kristall

Über ein Jahr wurde das Hamburger Traditionshotel mit seiner denkmalgeschützten Bar und einem Speisesaal wie auf einem alten Passagierdampfer renoviert. Jetzt eröffnet der Reichshof neu - mit Hilfe von Amerikanern. Bilder einer Vorab-Besichtigung.

General Manager Folke Sievers in der Lobby des Reichshof

Der neue Reichshof öffnet sich zur Straße: "Wir wollen nicht nur Hotel sein", sagt General Manager Folke Sievers, "mit Bistro-Tischen vor der Tür laden wir auch die Bewohner und Besucher des Stadtteils St. Georg ein"

Der Reichshof galt unter Hanseaten als Geheimtipp. Wer in der Stadt zu Hause war, musste hier nicht schlafen. Aber die Bar lockte Hamburger spätabends auf den einen oder anderen Drink in das abgewirtschaftete Vier-Sterne-Haus am Hauptbahnhof: In der holzgetäfelten Art-déco-Bar ging man auf Zeitreise und fühlte sich in die zwanziger Jahre zurückversetzt. Ebenso in dem an ein altes Kreuzfahrtschiff erinnernden Restaurant. Kein Wunder, denn das Haus wurde 1910 von Anton-Emil Langer eröffnet, einem ehemaligen Küchendirektor auf Transatlantikdampfern der Hapag und einem engen Freund des Reeders Albert Ballin.

Seit 1989 hatte die Maritim-Gruppe das Haus bewirtschaftet, in dem auch gerne Theaterleute des benachbarten Deutschen Schauspielhauses abstiegen. Doch die Einrichtung der mehr als 300 Zimmer waren in die Jahre gekommen, die Lobby durch zahlreiche Umbaumaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte verschandelt. So waren in den Schaufenstern zur Straße die Büroräume platziert.

Als der Pachtvertrag für Maritim im Mai 2014 auslief, der Reichshof dichtmachte und das Mobiliar rasch in Container auf der Straße verbracht wurde, war die Sorge der Hamburger groß, was aus dem Gebäude werden soll. Zumal die US-Investorengruppe Blackstone, die in Deutschland als "Heuschrecke" verschrien ist, Interesse zeigte.

Doch nun hat das Rätselraten ein Ende: Der Reichhof bleibt ein Hotel. Die amerikanische Hilton-Hotelkette, die zu Blackstone gehört, eröffnet nach eine Totalsanierung das Haus unter dem Namen Reichshof mit dem Untertitel Curio by Hilton. Damit ist es das erste Hotel der Nobelmarke in Europa: Curio-Häuser sind keine austauschbaren Kettenhotels, sondern ausgewählte Unterkünfte mit individuellem Charakter und einer ganz eigenen Geschichte. 

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