HOME

Viren an Bord: Wo Sie im Flieger vor Ansteckungen sicher sitzen

Nicht nur in der Grippesaison gelten Flugzeuge als fliegende Keimschleudern. Hunderte Passagiere sitzen auf engstem Raum. Auf welchen Plätzen die Ansteckungsgefahr am größten ist, verrät eine US-Studie.

Weniger Ansteckungsrisiko: Lieber einen Fensterplatz reservieren als am Gang sitzen.

Weniger Ansteckungsrisiko: Lieber einen Fensterplatz reservieren als am Gang sitzen.

Getty Images

Wer kennt das nicht: Über Stunden eingezwängt in einer engen Röhre sitzen, zusammen mit Dutzenden schniefenden und hustenden Fluggästen. Dabei ist die Luft selten angenehm temperiert, meist ist es zu kalt oder zu warm, aber stets sehr trocken.

Schon wenige Stunden nach der Landung zeigen sich die ersten Symptome: Auf dem Weg zum Urlaubsziel oder auf der Geschäftsreise hat man sich auf dem Flug eine Angina eingefangen. Denn das Risiko, sich anzustecken, ist aufgrund der zirkulierenden Luft der Klimaanlage höher. Doch als entscheidend gilt, wo man sitzt, wie eine in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America" (PNAS) veröffentlichte Untersuchung zeigt.

Hohe Belastung mit Bakterien: Die schlimmsten Keimschleudern bei Flugreisen
Frühstück an Bord

Klapptische in Flugzeugen: 2155 KbE/Quadratzoll. Zum Vergleich: Nach Angaben der National Science Foundation kommt das Display eines Smartphone auf einen Wert von nur 27 KbE/Quadratzoll.

Wer nicht am Gang oder auf einem Mittelplatz, sondern am Fenster Platz genommen hat und während des Fluges nicht aufsteht und durch die Kabine zur Toilette läuft, geht das geringste Risiko ein. "Wählen Sie einen Fensterplatz und laufen Sie nicht herum", lautet das Fazit von Vicki Stover Hertzberg von der Emory University in Atlanta, die die Studie im Auftrag des Flugzeugbauers geleitet hat.

Risikofaktor Crew

Bisher gab es kaum Untersuchungen zu dem Thema. Deshalb erforschten die US-Wissenschaftler zunächst an Bord von Flugzeugen mit nur einem Mittelgang auf zehn transkontinentalen Flügen in den Vereinigten Staaten das Bewegungsverhalten von Passagieren und Besatzungsmitgliedern.

Dabei stellten sie Erstaunliches fest: Eine infizierte Person, die im mittleren Teil der Economy Class sitzt, steckt im Durchschnitt 0,7 Mitreisende an. Hingegen erhöht sich das Risiko um ein Vielfaches, sollten ein Flugbegleiter oder eine Flugbegleiterin infiziert sein: Nach ihren Berechnungen könnte ein Grippe-Virus auf 4,6 Passagiere übertragen werden.

"Unsere Modellsimulationen ergeben, dass ein infizierter Flugbegleiter mehrere Passagiere anstecken kann", sagt Vicki Stover Hertzberg. "Das Ergebnis unterstützt die Forderung, dass Besatzungsmitglieder bei Erkrankung nicht arbeiten sollen."

Für Passagiere lautet das Fazit: Bei der Sitzplatzwahl sollte einem Fensterplatz der Vorzug gegeben werden- nicht nur wegen der Aussicht, sondern auch als Schutz vor grippalen Infekten.

+++ Lesen Sie auch: "Herzinfarkt im Flugzeug - so kämpft die Crew um das Leben von Passagieren" +++

Von Dubai nach Auckland: An Bord des längsten Linienflugs der Welt

tib

Wissenscommunity