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Gefährlicher Rekordversuch: Startschuss gefallen: Brite will als erster den Atlantik durchschwimmen

Mehr als 3000 Kilometer liegen zwischen Afrika und Brasilien. Der Brite Ben Hooper will diese Distanz in 140 Tagen zurücklegen - und zwar schwimmend. Dabei muss er nicht nur den Gezeiten, sondern auch Haien trotzen. 

Ben Hooper startete am Sonntag im westafrikanischen Dakar (Senegal)

Ben Hooper startete am Sonntag im westafrikanischen Dakar (Senegal) und will nun mehr als 3000 Kilometer bis nach Brasilien schwimmend hinter sich bringen

Der britische Extremschwimmer Ben Hooper hat seine lange Reise durch den Atlantik angetreten. Mit den Worten "Los geht's" warf sich der 38-Jährige am Sonntag in Dakar an der westafrikanischen Küste in die Fluten und machte sich auf die 3000 Kilometer lange Reise nach Brasilien. Die Strecke zwischen Afrika und Südamerika will er in 140 Tagen zurücklegen. Hooper hat sich für die Rekordleistung drei Jahre lang vorbereitet. Er unternimmt den riskanten Trip mit einem Begleitboot, zu dessen elfköpfiger Besatzung auch ein Arzt zählt. Pro Tag will er bis zu zehn Stunden schwimmen. "Darauf habe ich lange gewartet", sagte er zum Abschied.

Gegen die unbekannte Zahl von Haien, denen er im Atlantik begegnen dürfte, wappnet Hooper sich mit zwei Methoden. Die Räuber sollen durch den Geruch von künstlichem, verrottetem Hai-Fleisch und durch ein Kabelsystem abgeschreckt werden, das elektrische Signale aussendet. Für seine Schwimmleistung wird Hooper jeweils 12.000 Kalorien aus Soldaten-Verpflegung und Energy Drinks zu sich nehmen.

Ben Hooper: Weltrekord ungewiss 

Auf die Frage nach seiner Motivation führt Hooper diverse Grenzerfahrungen an. Er sei als Frühchen auf die Welt gekommen und fast an Lungenschwäche gestorben. Dann sei er mit fünf Jahren fast in einem Swimmingpool ertrunken, sagte Hooper im Vorfeld der Reise. Seinen Beruf als Polizist hatte er mit knapp 30 Jahren wegen einer Depression aufgegeben.

Vor dem Start seines Abenteuers sagte Hooper, er möchte so viele Menschen wie möglich inspirieren. Er habe mit mehr als 10.000 Schulkindern in Großbritannien und den USA über sein Ziel gesprochen. "Sie finden die Idee toll. Und wenn es die Vorstellung ist, dass ich von einem Hai aufgefressen werde", scherzte Hooper. Wo genau sich der Brite gerade auf seiner Atlantiküberquerung befindet, kann man auf seiner Webseite mitverfolgen.

Ob Hoopers Atlantikquerung im Falle des Gelingens ein Weltrekord wäre, dürfte umstritten sein. 1998 nahm der Franzose Benoît Lecomte für sich in Anspruch, von Massachusetts nach Großbritannien geschwommen zu sein. Lecomte legte auf den Azoren eine einwöchige Pause ein, der von ihm beanspruchte Rekord wurde vom Guinness-Rekordverzeichnis nicht anerkannt.

ivi / AFP / DPA
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