HOME

Comeback-Gerüchte: Schumacher erregt die Formel 1

Michael Schumacher zu Mercedes GP? Das Gerücht hält sich hartnäckig, es befeuert die Fantasien der Branche und der Fans. Nun wird über einen angeblich fast perfekten Deal berichtet. Harte Dementis gibt es nicht.

Harte Dementis sind das nicht, einmal mehr: Mercedes jedenfalls hat einen Bericht des "Focus" über eine angebliche Einigung mit Michael Schumacher über ein Formel-1-Comeback im Silberpfeil lediglich als "Spekulation" zurückgewiesen. Dass so ein Deal undenkbar oder sogar unerwünscht wäre, das sagt keiner. Auch Sabine Kehm, die Sprecherin des Formel-1-Rekordweltmeisters, wollte oder konnte die Meldung offenbar nicht ganz abschießen. Sie wollte sie lediglich nicht kommentieren.

Das Gerücht, dass Schumacher ein Sensations-Comeback bei Mercedes plant, ist nicht neu. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Berichte über ein Angebot des schwäbischen Autobauers an den Kerpener gegeben. Beide Seiten wollten dies bislang weder bestätigen noch dementieren. Neu ist, dass der "Focus" von einem angeblich fast perfekten Abkommen berichtet und konkrete Zahlen nennt. Demzufolge soll Schumacher 2010 rund 3,5 Millionen Euro als Fahrer bei Mercedes erhalten. Zuvor müsse er aber einen Medizin-Check bestehen.

Laut "bild.de" ist die Unterschrift des Formel-1-Idols nur noch Formsache. "Schumacher fühlt sich fit und gesund. Die letzten Tests verliefen komplett positiv", wurde ein angeblicher Insider zitiert. In der kommenden Woche solle der Coup verkündet werden.

Diese Berichte sind vor allem deshalb mit Vorsicht zu betrachten, weil alle Beteiligten - Fans, Fahrer, Rennstall - von den Fantasien profitieren, die ein mögliches Schumacher-Comeback bei Mercedes auslöst. Alle - außer vielleicht Schumacher selbst - haben ein Interesse an so einem Coup. Sie haben auch ein Interesse daran, dass Spekulationen darüber möglichst lange Thema sind - selbst wenn sie sich am Ende als Ente erweisen.

Noch ist Schumacher bei Ferrari

Schumacher ist derzeit Berater bei Ferrari, soll einen neuen Dreijahresvertrag aber noch nicht unterschrieben haben. Im Sommer war eine Formel-1-Rückkehr des 40-Jährigen als Ersatz für den verletzten Felipe Massa an den Spätfolgen eines Motorrad-Unfalls gescheitert. Unklar ist, ob die schweren Hals- und Nackenblessuren inzwischen vollständig ausgeheilt sind.

Das neue Mercedes-Werksteam ist nach dem Wechsel von Weltmeister Jenson Button zu McLaren auf der Suche nach einem zweiten Stammpiloten neben Nico Rosberg. Mit einer Verpflichtung des siebenmaligen Champions, der seine Karriere vor drei Jahren beendet hatte, könnte das Unternehmen einen enormen PR-Coup landen. "Es wird immer spekuliert, solange ein Sitz in unserem Team nicht besetzt ist. Und manche Spekulationen sind eben auch Träume, die nicht in Erfüllung gehen", erklärte indes ein Sprecher der Motorsport-Abteilung des Konzerns.

Laut "Focus" lockt Mercedes Schumacher zudem mit einem langfristigen Engagement als Sport-Botschafter. Der Betriebsrat übte allerdings Kritik an dem angeblich bevorstehenden Millionen-Deal mit dem Kerpener und verwies auf die wirtschaftliche Krise bei Daimler.

DPA / DPA

Wissenscommunity