HOME

Der große Preis von Monza: Schumi droht der Sturz vom WM-Thron

Ausgerechnet beim Ferrari-Heimspiel in Monza droht Michael Schumacher seine Entthronung. Während Fernando Alonso dem siebenmaligen Titelträger dicht auf den Fersen ist, arbeitet der fleißig an seiner Zukunft.

Vor dem bevorstehenden Sturz vom WM-Thron unterschrieb der Rekordweltmeister vorzeitig einen mit geschätzten vier Millionen Euro jährlich dotierten Werbevertrag. Nach dem Millionen-Coup ist die Verlängerung der Formel-1-Karriere von Michael Schumacher über das Jahr 2006 hinaus sehr wahrscheinlich geworden.

Die Würfel sind noch nicht gefallen

Vor dem Großen Preis von Italien in Monza einigte sich der siebenmalige Formel-1-Weltmeister mit der Deutschen Vermögensberatung AG auf eine Fortsetzung der seit 1997 bestehenden und ursprünglich bis 2006 laufenden Werbepartnerschaft bis ins Jahr 2010. Schumachers Vertrag mit dem Ferrari-Rennstall endet im nächsten Jahr. "Wir wären bereit, zu den jetzigen Konditionen zu verlängern", sagte Schumacher-Manager Willi Weber. Hier sind die Würfel aber noch nicht gefallen.

"Michael wird sich erst im nächsten Jahr entscheiden, ob er weiterfährt oder nicht", sagte Weber in einem Interview mit der Nachrichtenagentur DPA. Der Rekordweltmeister selbst will sich "erst im Frühling oder Sommer" mit seiner sportlichen Zukunft beschäftigen. "Wenn Corinna mich gebeten hätte aufzuhören, dann würde ich heute schon nicht mehr fahren", sagte der 36-Jährige und rückte das Votum der Familie in den Mittelpunkt für die anstehende Entscheidung, die tendenziell aber schon gefallen sein dürfte.

"Der Werbevertrag wurde nicht abgeschlossen, um zu zeigen, Michael fährt bis zum Jahr 2010", sagte Weber. Allerdings schließt diese Aussage eine Verlängerung der Karriere von Michael Schumacher auch nicht aus. Ein Vierjahresvertrag bei der Scuderia steht aber wohl nicht mehr zur Debatte.

Wenig gute Aussichten

Sicher ist dagegen, dass Schumacher ausgerechnet beim Heimspiel in Monza seine letzten WM-Chancen einbüßen dürfte. "Zugegeben, es ist schon ein krasser Unterschied, wenn ich an Monza dieses und an Monza letztes Jahr denke. Im vergangenen Jahr kamen wir zu unserem Heimrennen und hatten beide WM-Titel schon in der Tasche, diesmal kommen wir mit leeren Händen, und Chancen auf einen Titel sind bestenfalls theoretisch", sagte er. Trotzdem verspricht er den Anhängern eine Aufholjagd: "Wir sind schließlich Kämpfernaturen."

Vor dem fünft letzten Grand Prix des Jahres auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Königlichen Park von Monza könnte WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (95 Punkte) den WM-Dritten Schumacher (55) endgültig abhängen. Den WM-Titel kann der Renault-Pilot aus Spanien jedoch frühestens beim Großen Preis von Belgien in einer Woche einfahren, denn Kimi Räikkönen (71) im McLaren-Mercedes ist ihm noch zu dicht auf den Fersen.

"Fahrer- und Konstrukteurs-WM sind immer noch offen und niemand weiß, was bis zum letzten Rennen im Oktober noch alles passieren wird. Wir können gewinnen, und ich will gewinnen. Dafür kämpfe ich bis zum Schluss", sagte Räikkönen vor der Jagd auf der 5,793 Kilometer langen Traditionsstrecke. Auf den 53 Runden über 306,720 Kilometer will Alonso "von Anfang an Druck machen. Das hat bisher ganz gut funktioniert", sagte er und stellte fest: "Natürlich hatte ich auch schon Glück, aber manchmal versuche ich auch, das Glück zu finden."

Volker Gundrum/DPA / DPA

Wissenscommunity