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FORMEL 1: »Schumi-Show« in Montreal

Mit einer bestechenden Bestzeit hat sich Michael Schumacher in brillanter Manier die Pole-Position beim Großen Preis von Kanada gesichert. Tüpfelchen auf das »i« bei der »Schumi-Show« im Qualifikationstraining war der zweite Platz von Bruder Ralf.

Mit einer bestechenden Bestzeit hat sich Kanada-Rekordhalter Michael Schumacher in brillanter Manier die Pole-Position beim Großen Preis von Kanada gesichert. Tüpfelchen auf das »i« bei der »Schumi-Show« im Qualifikationstraining war der zweite Platz von Bruder Ralf auf dem Circuit Gilles Villeneuve. Damit stehen die beiden Schumachers zum zweiten Mal in ihrer Karriere und zum zweiten Mal in dieser Saison nach Brasilien in der ersten Startreihe. »Ich bin glücklich, dass der Kleine wieder neben mir sitzt«, sagte der »große« Kerpener am Samstag mit breitem Grinsen.

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Zudem konnten beide beim Chaos in den Schlussminuten genüsslich in der Box verfolgen, wie sich die Konkurrenz vergeblich abmühte, die Schumacher-Reihe zu sprengen. Silberpfeil-Pilot David Coulthard, der einzig ernsthafte Titelrivale von WM-Spitzenreiter Michael Schumacher, musste sich mit Rang drei begnügen. »Es war ziemlich interessant«, sagte Michael Schumacher schmunzelnd. »Speziell am Ende war es für mich mehr Unterhaltung, von außen zuzusehen. Es war klar, dass bei dem Chaos keine bessere Runde möglich war.« Bruder Ralf kommentierte die vergeblichen Versuche der Widersacher sarkastisch: »Am Schluss war es witzig, wie alle wie die Fliegen auf dem Haufen gewartet haben.«

Zwei Unterbrechungen

Grund für die Hektik 90 Sekunden vor dem Schluss war ein Unfall Nick Heidfelds. Der Mönchengladbacher Sauber-Pilot, der Elfter wurde, sorgte mit seinem Kracher in der tückischen Kurve vor der Start-Ziel-Geraden für die zweite Unterbrechung des Qualifyings. Da bei Wiederaufnahme des Trainings beinahe alle bis auf die Schumachers auf die Piste drängten, gelang nur noch Coulthard eine Verbesserung um einen Platz. Zuvor hatte Rubens Barrichello seinen Ferrari an der gleichen Stelle zerlegt, was zu der ersten vierminütigen Zwangspause geführt hatte. Der Brasilianer belegte dann im Ersatzauto Rang fünf.

Bestmarke ausgebaut

Michael Schumacher baute in Montreal mit seiner insgesamt 38. Pole-Position in 1:15,782 Minuten seine beeindruckende Bestmarke weiter aus: Bereits zum sechsten Mal startet er auf dem Stop-and-Go- Kurs auf der Insel Notre Dame im St.-Lorenzstrom am Sonntag (Start: 19.00 Uhr MESZ/live in RTL und Premiere World) von Platz eins. Vier Mal hat er den kanadischen Grand Prix bereits gewonnen. »Es stimmt nicht, dass ich den Kurs nicht liebe. Ich habe nichts gegen ihn«, wehrte sich der Ferrari-Star gegen entsprechende Kritik.

Ralf Schumacher, der 0,515 Sekunden langsamer war, hofft nun auf »Punkte, vielleicht sogar einen Platz auf dem Podium«. Er sei zuversichtlich, da es besser als erwartet gelaufen sei. An einen Sieg glaube er jedoch nicht. Meldungen, er wolle nach dem Rennen seine Verlobte Cora Brinkmann heiraten, bezeichnete der Williams-Pilot gegenüber dpa als »Quatsch«.

Bei McLaren-Mercedes herrschte Ernüchterung. »Ich bin enttäuscht, dass ich nicht in der ersten Reihe stehe«, sagte Coulthard. Für Mika Häkkinen reichte es im Ersatzauto nur zu Platz acht. Er hatte sich an seinem Silberpfeil früh den Kühler aufgerissen. »Wir sind mit dem Abschneiden nicht zufrieden«, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Frentzen vom Pech verfolgt

Heinz-Harald Frentzen hatte aus deutscher Sicht das größte Pech: Er musste am Samstagnachmittag nach Monaco heimfliegen. Der 34-jährige Mönchengladbacher litt nach einem Trainingsunfall am Freitag an starken Kopfschmerzen und Sehstörungen. »Ich bin enttäuscht, dass ich das Rennen nicht fahren kann«, sagte er vor der Rückreise. Der Rheinländer soll nach Angaben seiner Pressesprecherin Christine Gorham am Sonntag von einem Spezialisten in Monaco genau untersucht werden. Jordan-Ersatzpilot Ricardo Zonta fährt für ihn in Montreal.

Frentzen hofft darauf, beim nächsten WM-Lauf in zwei Wochen auf dem Nürburgring wieder starten zu können. Laut Teamchef Eddie Jordan war der Deutsche vor seinem Einschlag mit dem Heck in der dritten Kurve »etwa 200 km/h schnell«. Frentzen konnte sich den Unfall nicht erklären und mutmaßte: »Ich habe vor der dritten Kurve wahrscheinlich am Randstreifen mit den Reifen Gras und Dreck aufgesammelt.«

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