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Formel 1: Bei Mercedes gibt es "keine heiligen Kühe"

Nichts Genaues weiß man: Der Ausstieg von Mercedes aus der Formel 1 scheint derzeit kein Thema zu sein. Daimler-Finanz-Vorstand Bodo Uebber sagte, damit würde dieses Jahr "kein Cent" gespart werden. Trotzdem halten sich Spekulationen, dass Mercedes aussteigt, wenn der Rennstall wegen der Lügen-Affäre von der Fia hart bestraft wird.

Ein Ausstieg von Daimler mit seiner Premiummarke Mercedes aus der Formel 1 ist trotz der Weltwirtschaftskrise und Milliarden-Verlusten derzeit kein Thema. "In unserem Konzern gibt es nichts, was wir nicht besprechen. Wir überprüfen auch jedes Jahr unser Formel-1-Engagement. Aber selbst wenn wir jetzt aus der Formel 1 ausstiegen, würde uns das in diesem Jahr keinen Cent sparen, denn die Verträge sind langfristiger", meinte Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber am Dienstag bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Allerdings sagte er auch: "Ich kann nur wiederholen, es gibt bei uns keine heiligen Kühe, aber derzeit habe ich keine neuen Informationen für Sie."

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte am Wochenende Spekulationen über ein mögliches Ende des weit über hundert Millionen Euro teuren Formel-1-Engagements ausgelöst. Jedoch stellte er einen Rückzug in Zusammenhang mit einer möglichen Strafe wegen der "Lügen-Affäre" von McLaren-Mercedes. "Wenn sich das Umfeld ändern sollte, etwa durch eine unangemessene Bestrafung durch die Fia, wäre es möglich, dass wir das Engagement überdenken", hatte der Konzern-Chef dem Nachrichtenmagazin "Focus" gesagt. An diesem Mittwoch entscheidet der Weltrat des Automobil-Weltverbandes Fia in Paris über die Angelegenheit.

Daimler steckt tief in roten Zahlen

Auch wegen der Wirtschaftskrise waren Stimmen für einen Ausstieg von Daimler aus der Formel 1 laut geworden. Der Betriebsrats- Vorsitzende Helmut Lense, der auch im Aufsichtsrat sitzt, hatte gesagt, dass Arbeitnehmer kein Verständnis mehr für den Verbleib in der "Königsklasse" hätten.

Daimler teilte am Dienstag mit, dass der Konzern tief in die roten Zahlen gerutscht sei. Die Unternehmens-Führung verlangt von mehreren zehntausend Mitarbeitern in Deutschland herbe Lohneinbußen. Im ersten Quartal 2009 verbuchte der Autobauer einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch einen Gewinn von 1,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Der Absatz bei Pkw und Nutzfahrzeugen brach um ein Drittel ein. Zetsche will mit einem vier Milliarden Euro schweren Sparpaket gegensteuern.

DPA / DPA

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