Formel 1 Der Weltmeister verliert den Anschluss


Weltmeister Michael Schumacher kam im ersten Qualifikationsteil für den Großen Preis von Malaysia als Zwölfter in Ziel. Bruder Ralf forderte eine Änderung des Modus: "Da hat man ein Eigentor geschossen".

In der Formel 1 wird die Kritik am zweigeteilten Qualifikations-Marathon über zwei Tage immer lauter. "Die Botschaft des Samstags sollte die Startaufstellung für den Sonntag sein", forderte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen am Samstag in Sepang, das vor den Toren der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur liegt. "Das ist steigerungsfähig. Wir haben uns etwas anderes gewünscht und sind sehr stark an Veränderungen interessiert. Der Zuschauer steht für uns im Mittelpunkt", sagte Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug.

Seit dieser Saison werden die Startplätze für die Rennen in zwei Einzelzeitfahren am Samstag und am Sonntag vergeben. Zunächst geht es im ersten Teil mit Vollgas und leerem Tank richtig zur Sache, vier Stunden vor dem Grand Prix am Sonntag müssen die Piloten ihre Autos dann mit Rennabstimmung über die Strecke steuern. Die Zeiten werden addiert, der Gesamtschnellste steht auf der Pole Position.

"Änderung wäre richtiger Schritt"

"Da hat man ein Eigentor geschossen. Eine Änderung wäre der richtige Schritt", sagte Ralf Schumacher. Überraschend war der Wahl-Salzburger am Samstag in Sepang in seinem Toyota als Fünfter in Teil eins der Qualifikation für den Großen Preis von Malaysia bester deutscher Pilot gewesen. "Vielleicht kann ich mein Ergebnis ja noch verbessern", sagte er.

Rekordweltmeister Michael Schumacher, der schon beim Saisonauftakt in Melbourne in der Qualifikation vom Regen weggespült wurde und in Malaysia als Zwölfter erneut überraschend weit zurücklag, wollte noch kein abschließendes Urteil über den Modus fällen. "Man kann es nie allen Recht machen", sagte der Ferrari-Pilot. Seinen Rückstand von 1,490 Sekunden auf den Spanier Fernando Alonso, der im Renault in 1:32,582 Minuten auf der 5,543 Kilometer langen Runde die Bestzeit vor Jarno Trulli (Italien) im zweiten Toyota und seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella (Italien) markierte, führte der Ferrari-Pilot auf die neuen Reifen zurück.

"Wir waren zu langsam", sagte der enttäuschte Titelverteidiger Schumacher. "Ich weiß nicht, wie man das erklären kann und ob man es erklären kann. Es ist einfach eine Tatsache", sagte er. Die Bridgestone-Reifen scheinen auf einer Runde nicht ihr Potenzial entwickeln zu können. "Auf der Distanz sind wir konkurrenzfähig", sagte Schumacher und gab sich bescheiden vor dem zweiten Saisonrennen: "Auf jeden Fall Punkte", seien das Ziel, "vielleicht sogar noch das Podium." Nach der Nullnummer von Australien durch die Karambolage mit Nick Heidfeld ist dies auch dringend nötig, um nicht frühzeitig das Unternehmen Titelverteidigung in Gefahr zu bringen.

Freude bei "Quick Nick"

Da in der Qualifikation nach den Ergebnissen des letzten Rennens gestartet wird, musste neben Schumacher auch Heidfeld früh auf die Piste. "Die Strecke war noch ziemlich schmutzig, und dafür ist die Rundenzeit in Ordnung. Michael war im Ferrari unter identischen Bedingungen langsamer", freute sich Nick Heidfeld. "Quick Nick" fuhr zwei Plätze hinter seinem Teamkollegen Mark Webber (Australien/6.) auf Rang acht. Die Silberpfeile mit Kimi Räikkönen (Finnland) und Juan-Pablo Montoya (Kolumbien) belegten die Plätze vier und sieben.

Volker Gundrum/DPA DPA

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