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FORMEL 1: Die Schumi-WG: »Haben kein Problem«

Von wegen Familienzwist: Vor dem großen Preis von Frankreich wohnen die Gebrüder Schumacher sogar im gleichen Hotel.

Von wegen Familienzwist: Vor dem großen Preis von Frankreich wohnen die beiden Schumis sogar im gleichen Hotel. »Wir haben kein Problem«, sagte Weltmeister Michael Schumacher nach dem ersten Treffen mit dem Bruder seit dem turbulenten Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring. Die Schuld, dass Ralf am letzten Sonntag kommentarlos aus der Eifel geflüchtet war, schob Michael Schumacher auf die Zehn-Sekunden-Strafe und nicht auf sein hartes Startmanöver: »Das war der Hauptgrund, warum er nicht so besonders glücklich war.«

Wissenschaftliche Analyse

Obwohl der Familienfrieden wieder hergestellt ist (und eigentlich nie ernsthaft gefährdet war), beschäftigen sich selbst Wissenschaftler mit dem Bruder-Duell. Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter sieht in dem öffentlichen Interesse sogar eine Parallele zur Spaltung der deutschen Gesellschaft. »Die Schwächeren in der Gesellschaft identifizieren sich wütend mit Ralf und erkennen darin ihre eigene Kränkung«, sagte der Gießener Friedensforscher der »taz«. Der Trend gebe allerdings eher Michael recht, »weil viele fasziniert sind von der Brutalität und der Rücksichtslosigkeit, mit der er gewinnen will«.

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Rache ist kein Thema

BMW-Sportdirektor Gerhard Berger, der Chef von Ralf Schumacher, erwartet von seinem Piloten im Williams-BMW zwar ähnliche Härte, bemüht sich aber auch die Wogen zu glätten. Von »Rache« will der Österreicher nichts wissen: »Das ist völliger Blödsinn«.

Medien-Futter

»Ich sehe darin einfach eine willkommene Geschichte für die Medien«, erklärte der dreimalige Weltmeister Michael Schumacher auf seiner Homepage.

Auch Rennstall-Besitzer Eddie Jordan, bei dem die Schumacher- Brüder ihre Formel-1-Karrieren begannen, glaubt nicht, dass die Rivalität die Schumis entzweien könnte. »Dafür liebt Michael den Ralf zu sehr«. Willi Weber, der Manager, befürchtet keine großen Probleme: »Die beiden sind alt genug, um zu wissen, wie weit sie gehen können.« Doch die Bruderliebe hat auch ihre Grenzen: Obwohl Ralf am Samstag seinen 26. Geburtstag feiert, wird Michael während der Qualifikation bestimmt keine Geschenke verteilen.

Silberpfeile im Hintergrund

»Schumi I«, der in Magny-Cours bereits vier Mal gewonnen hat, steuert den 50. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere an. Untergegangen sind in diesen Tagen die Probleme von McLaren-Mercedes. Vor zwölf Monaten noch stolzer Doppelsieger auf der Strecke in Frankreichs Provinz, steht das britisch-schwäbische Team im zehnten Rennen des Jahres unter enorm großem Druck. Spitzenfahrer David Coulthard, der dem zweimaligen Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland) längst den Rang abgelaufen hat, hat 24 Punkte Rückstand auf den WM-Spitzenreiter.

»Ich wäre der erste, der freiwillig zurücktritt, wenn er dem Erfolg im Wege steht. Ich klebe nicht an meinem Stuhl«, sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der einen »Nachholbedarf in allen Bereichen« sieht.

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