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FORMEL 1: Feuer frei zur Schumi-Jagd

Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld wieder Fit und die Silberpfeile in Revanche-Laune. Der Grand Prix am Nürburgring wird keine ruhiger Familienausflug für die Schumacher-Brüder werden.

Die Schumacher-Brüder voller Vorfreude, Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld wieder in Form: Die deutschen Fans können sich beim Formel-1-Heimspiel auf dem Nürburgring auf das komplette Aufgebot an einheimischen Stars freuen. »Ich bin zuversichtlich, weil wir ein Auto haben, das auf jeder Strecke gut sein kann. Wir haben gute Chancen«, sagte Michael Schumacher bei der Eröffnungs-Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Europa. Michael und Ralf Schumacher sowie Frentzen saßen einträchtig nebeneinander, scherzten miteinander und hatten sichtlich Spaß bei der Arbeit.

Lazarett lichtet sich

»Ich fühle mich gut. Ich bin in Ordnung«, sagte Frentzen, der beim letzten Grand Prix in Montreal wegen starker Kopfschmerzen nach zwei Unfällen aussetzen musste, über seinen Gesundheitszustand. Nach einem weiteren Check im Krankenhaus gab es am Donnerstag »Grünes Licht« für den Frentzen-Auftritt beim Training: »Alles okay. Ich kann fahren«.

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Allerdings müsse man danach weiter sehen, wie er sich fühle, so seine Sprecherin. Nick Heidfelds Start dagegen ist sicher, bestätigte sein Teamchef Peter Sauber. Der Mönchengladbacher hatte nach seinem Crash in Montreal ebenfalls unter starken Kopfschmerzen gelitten.

Entspannung auf der Kartbahn

Die Schumachers hatten einen lustigen Tag auf der heimischen Kart-Bahn hinter sich. Michael hatte sein Ferrari-Team, Ralf Williams-BMW zur Kart-Party eingeladen. »Wir wollten sie eigentlich gegeneinander fahren lassen. Aber da war mein Vater dagegen, weil die Autos brandneu sind«, berichtete »Schumi II«, so sei sein Team von Mittag bis um fünf Uhr dran gewesen, »und die anderen von sechs Uhr abends bis drei Uhr morgens«. Für den Grand Prix am Nürburgring wollte Ralf angesichts der Michelin-Probleme bei Regenreifen keine Prognosen abgeben. »Das ist immer ein Ratespiel. Es kann sein, dass es hier morgen früh Schnee gibt. Das weiß man in der Eifel nie.«

Das viel beschriebene Bruder-Duell der beiden schnellen Kerpener sieht Michael Schumacher mehr als gelassen. »Das wird hochstilisiert, das ist eine Mode-Erscheinung«, meinte der Ferrari-Star. Vielmehr hat Schumacher die silberne Konkurrenz im Blick: »McLaren-Mercedes ist ein ernsthafter Gegner.«

Silberpfeile mit neuem Elan

Tatsächlich gingen die Silberpfeil-Piloten vor dem Heimspiel der Schumachers am Sonntag in die Offensive. »Ich denke, die Mercedes- Historie hier ist weit länger als die der Schumachers. Das heißt nicht, dass wir gewinnen werden, aber wir es in jedem Fall versuchen«, sagte Herausforderer David Coulthard. Trotz der 18 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Michael Schumacher präsentierte sich der Schotte so selbstbewusst wie selten zuvor. »Ich bin nicht besonders glücklich über die 18 Punkte. Aber es hat in früheren Jahren schon größere Abstände in der WM-Wertung gegeben, die ein Fahrer wieder aufgeholt hat«, verbreitete der Schotte positive Signale.

Häkkinen hat WM noch im Visier

Zum heiklen Thema Stallorder äußerte sich Coulthard vorsichtig. »Das ist eine Entscheidung des Teams.« Er könne nicht erwarten, dass Häkkinen sich freiwillig selbst benachteiligen würde. So wie der Finne am Mittwochabend bei dem Mercedes-Termin auftrat, ist damit derzeit auch nicht zu rechnen. Häkkinen schien nach seinem ersten Podiumsplatz in dieser von großem Pech geprägten Saison zuletzt in Kanada (3.) wie verwandelt. »Das war eine große Erleichterung«, meinte der Doppel-Weltmeister, der so motiviert und entschlossen wirkte wie lange nicht mehr. »Ich möchte immer noch die WM gewinnen. Ich weiß, wie kompliziert das ist. Doch die Dinge können sich auch wieder völlig ändern«, sagte der Finne, der mit acht Punkten abgeschlagen auf Platz fünf rangiert.

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