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Formel 1 in Singapur: Silberpfeil-Piloten freuen sich über neue Funkstille

Am Wochenende steigt der Große Preis von Singapur - und wegen der geänderten Boxenfunkregeln sind die Fahrer wieder mehr auf sich allein gestellt. Die Mercedes-Titelrivalen begrüßen die Änderung.

Hamilton und Rosberg während eines Rennens. In Zukunft sind die Fahrer wieder stärker selbst gefragt.

Hamilton und Rosberg während eines Rennens. In Zukunft sind die Fahrer wieder stärker selbst gefragt.

Die neue Funkstille in der Formel 1 löst bei den Mercedes-Rivalen Nico Rosberg und Lewis Hamilton noch mehr Vorfreude auf die finalen Duelle um den WM-Titel aus. "Jetzt ist es pures Rennfahren und das ist gut", sagte Nico Rosberg. Der WM-Spitzenreiter betonte vor dem Nacht-Spektakel am Wochenende in dem Stadtstaat: "Wir sind nun auf uns allein gestellt, ich denke, das kann es noch um einiges interessanter machen."

Hamilton spekuliert bereits mit einem Vorteil: "Ich hoffe es, ja", sagte der Brite, der vor dem sechstletzten Saisonrennen 22 Punkte hinter Rosberg liegt. Bislang habe man praktisch alles sehen können. "Jeden Trick, den ich habe", sagte der Ex-Champion. "Jetzt ist es 'back to old school'."

18 Dinge sind verboten, 14 erlaubt

Genau das wollten die Regelhüter des Internationalen Automobilverbandes FIA erreichen, als sie die #link;http://www.stern.de/2139094.html;Verboten- und Erlaubt-Liste# ausarbeiteten. Untersagt sind den Kommandoständen vor allem Angaben zum Verhalten der Wagen, dazu gehört der Spritverbrauch. Detaillierte Informationen wie Sektorenzeiten der Konkurrenten dürfen einem Piloten ebenfalls nicht mehr - sei es via Boxenfunk oder auf anderem Wege - übermittelt werden. Insgesamt sind 18 Punkte verboten, 14 erlaubt. Damit soll Artikel 20.1 der Sport-Statuten gestärkt werden. Dort steht, dass ein Pilot den Wagen "allein und ohne Hilfe fahren muss". Dem zuletzt aufkommenden Eindruck ferngesteuerter Piloten will die FIA Einhalt gebieten.

Das kommt den Fahrern prinzipiell entgegen, nur Zeitpunkt und Umfang der Maßnahmen überraschten die Teams offensichtlich. Zunächst würden die Verbote es dem Piloten schwerer und anspruchsvoller machen, sagte Nico Hülkenberg. "Jetzt musst Du selber gucken, checken, nachdenken und justieren", sagte der Force-India-Fahrer. Wer mehr Kapazität habe für mehrere Sachen, habe einen Vorteil.

Vettel warnt vor Risiken

Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel betonte, dass es auch um Sachen gehe, "die wir unmöglich im Auge behalten können, weil wir gar nicht die Möglichkeit dazu haben und auch nicht die Kapazität". Es sei "vielleicht wahrscheinlicher", dass man einen Ausfall riskiere. Zur eigenen Sicherheit riet der Red-Bull-Pilot, insbesondere auf dem kurvenreichsten Kurs der Formel-1-Saison in Singapur "beide Hände" am Lenkrad zu behalten.

Selbst der technikaffine Vettel tat sich schwer, mögliche Herausforderungen den Fans und der Öffentlichkeit konkret zu erklären. Stattdessen meinte er mit Blick auf eines der Probleme, vor dem ein Fahrer stehen könnte: "Letzten Endes ist es kompletter Quark, das zu erklären zu versuchen." Es seien ein paar Verbote dabei, bei denen man sich frage: "Muss das sein?"

Dass Kimi Räikkönen die neue Funkstille ohne größere Regung zur Kenntnis nehmen würde, überraschte nicht. Der Finne, der beim Fahren am liebsten nicht gestört wird und einst bei Lotus den legendären Satz funkte: "Lasst mich in Ruhe. Ich weiß, was ich mache", kommentierte auch diese Diskussion auf seine Art. "In meinem Fall reden wir sowieso nicht so viel über den Boxenfunk", sagte der Ferrari-Angestellte.

car/DPA / DPA

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