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FORMEL 1: Klarer Start-Ziel Sieg für Ferrari

Schumacher triumphiert beim Ferrari-Festival in Imola, Barrichello wurde Zweiter, das Williams-BMW-Duo musste sich geschlagen geben. Heidfeld auf 10, Frentzen flog raus.

Ferrari-Rekordpilot Michael Schumacher hat bei den roten Festspielen in Imola in brillanter Manier triumphiert. Der viermalige Formel-1-Weltmeister feierte beim Großen Preis von San Marino seinen insgesamt 56. Sieg. Der 33 Jahre alte Rheinländer baute damit seine Spitzenposition in der WM-Wertung aus und machte einen weiteren großen Schritt, den Titelrekord von Juan Manuel Fangio einzustellen. Sein brasilianischer Teamkollege Rubens Barrichello vervollständigte am Sonntag als Zweiter vor der hoch eingeschätzten weiß-blauen Konkurrenz den roten Festtag. Über 100.000 begeisterte Tifosi bejubelten mit Freudengesängen und wildem Fahnenschwenken im Autodromo Enzo e Dino Ferrari den insgesamt 53. Doppelerfolg der Scuderia.

Auch BMW-Williams glücklich

Ralf Schumacher (Kerpen) konnte im Williams-BMW seinen Vorjahressieg nicht wiederholen. Er belegte beim Europa-Auftakt den dritten Platz vor seinem kolumbianischen Teamkollegen Juan Pablo Montoya. David Coulthard blieb als bestem McLaren-Mercedes-Mann mit über einer Runde Rückstand nur ein enttäuschender 6. Rang. Kimi Räikkönen war im zweiten Silberpfeil in der 45. von 62 Runden wegen eines technischen Defektes ausgeschieden.

Schumacher mit neuem Rekord

Michael Schumacher, der am Sonntag mit seinem 97. Grand-Prix-Start für Ferrari den bisherigen Rekordhalter Gerhard Berger überflügelte, gewann auf dem 4,933 km langen Kurs nach 305,609 km in 1:29:10,789 Stunden. Barrichello lag 17,907 Sekunden zurück und sammelte seine ersten Saisonzähler in dem insgesamt langweiligen Rennen. »Schumi II« war 19,755 Sekunden langsamer als der große Bruder. Nach 4 von 17 Rennen führt der Titelverteidiger die WM-Wertung souverän mit 34 Punkten an. Sein Bruder Ralf verteidigte mit 20 Punkten Platz 2 vor Montoya (17).

Deutsche vom Pech verfolgt

Für die beiden anderen Deutschen stand der Europa-Auftakt unter keinem guten Stern: Sauber-Pilot Nick Heidfeld kosteten drei Boxenstopps und eine Strafe einen Platz in den Punkten: Der Mönchengladbacher wurde Zehnter. Heinz-Harald Frentzen musste seinen Arrows-Cosworth in der 27. Runde auf Rang 9 liegend mit einem Defekt abstellen. Er bleibt damit punktlos.

Endlich gelungener Start

Nachdem es bei den bisherigen drei Überseerennen jeweils zu mehr oder weniger spektakulären Unfällen zwischen den Ferrari- und Williams-BMW-Widersachern unmittelbar nach dem Start gekommen war, klappte dieses Mal der Auftakt ohne Probleme. Das Feld ordnete sich vorbildhaft ein und Michael Schumacher hatte keinerlei Schwierigkeiten, seine Spitzenposition als Trainingsschnellster zu verteidigen. Allerdings sprengte sein Bruder Ralf die erste rote Reihe und schob sich vor Barrichello auf Rang zwei. Heidfeld büßte einen, Frentzen zwei Plätze ein.

Boxenstopps änderten Reihenfolge

Michael Schumacher zog vorne einsam seine Kreise und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Der Rest folgte aufgezogen wie eine Perlenschnur, so dass Überholmanöver lange ausblieben. Ralf Schumacher blieb Zweiter vor Barrichello und Montoya. Dahinter kam das Silberpfeil-Duo. Erst die ersten Boxenstopps nach einem Viertel der Distanz wirbelten die Reihenfolge im Mittelfeld etwas durcheinander.

Roten führten wieder

Nach dem ersten Tanken der Top-Vier führten wieder die Roten. Barrichello, der eine Runde nach Ralf Schumacher in die Boxengasse eingebogen war, konnte sich anschließend trotz zeitgleicher 7,4 Sekunden vor dem Williams-BMW einreihen. »Schumi I«, der in der 31. Runde ebenfalls 7,4 Sekunden beim Reifenwechsel gestanden hatte, nahm seinen beruhigenden Vorsprung von rund 17 Sekunden in die »zweite Halbzeit« mit. Sein kolumbianischer Dauerrivale Montoya lag bereits abgeschlagen über eine halbe Minute zurück.

Kleiner Steh-Schreck für Barichello

Auch der zweite Boxenstopp des Spitzen-Quartetts brachte keine Verschiebungen mehr. Allerdings durchlitt Barrichello, der zuvor drei Mal ausgefallen war, mehrere Schrecksekunden, weil er ungewöhnlich lange stand.

von Elmar Dreher und Volker Gundrum

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