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FORMEL 1: Montoya holt Pole am Nürburgring

Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher steht beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring in der zweiten Startreihe.

Auf den letzten Metern hat Michael Schumacher die Pole-Position beim Heim-Rennen am Nürburgring verspielt und eine Niederlage gegen seinen Bruder einstecken müssen. Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya schlugen dem Weltmeister am Samstag im Qualifikationstraining zum Großen Preis von Europa ein Schnippchen und bescherten Williams-BMW den ersten Doppel-Erfolg seit zehn Monaten. »Es ist überraschend für uns, dass wir die Pole verpasst haben. Heute morgen sah es so gut aus«, kommentierte Michael Schumacher die unerwartete Formation für den neunten WM-Lauf und gestand: »Ich habe zwei Fehler in der letzten Kurve gemacht.«

Ferrari in der zweiten Startreihe

Montoya eroberte mit der besten Rundenzeit von 1:29,906 Minuten zum dritten Mal in Folge die Pole Position. Der Kolumbianer hatte die Winzigkeit von neun Tausendstelsekunden Vorsprung auf seinen Kollegen Ralf Schumacher. Die zweite Startreihe hinter den beiden weiß-blauen Autos teilen sich die beiden Ferrari-Piloten. Michael Schumacher war mit einem Rückstand von 0,129 Sekunden auf Montoya Dritter vor seinem brasilianischen Kollegen Rubens Barrichello.

Erste BMW-Doppel-Pole in diesem Jahr

»Super, dass es genau hier so gut gelaufen ist«, meinte Ralf Schumacher strahlend: »Egal, ob ich Zweiter hinter meinem Teamkollegen oder meinem Bruder bin. Für unser Team ist es so besser und für meinen Bruder schwieriger.« Montoya meinte: »Ich bin sehr zufrieden. Das konnten wir nach den Problemen heute morgen nicht erwarten.« Für Williams-BMW ist es die erste Doppel-Pole seit dem Großen Preis von Belgien am 26. August 2001. Auch BMW-Sportdirektor Gerhard Berger hatte »nicht geglaubt, dass wir Ferrari komplett die erste Startreihe streitig machen können. Umso größer ist die Freude«.

»Gang stecken geblieben«

Während Michael Schumacher, der in der WM 43 Punkte Vorsprung vor den beiden Williams-Piloten hat, im Freien Training problemlos geführt hatte, kamen ausgerechnet im Qualifikationstraining die Probleme. »Ein Gang ist stecken geblieben. Ich musste im Ersatzauto fahren«, berichtete der Spitzenreiter. In den Schluss-Minuten griff er nochmal an, hatte bis zum letzten Teilstück Bestzeit - und schaffte es dann doch nicht.

Die beiden Silberpfeile von McLaren-Mercedes teilen sich die dritte Startreihe. Der Schotte David Coulthard belegte mit deutlichem Rückstand auf die Spitze Platz fünf vor seinem finnischen Teamkollegen Kimi Räikkönen. »Knapp sieben Zehntel Abstand zur Pole Position sind kein berauschendes Ergebnis«, sagte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld belegte Platz neun. »Es ist zwar gut, dass ich unter die Top Ten gekommen bin«, so der Sauber-Pilot, »aber ich hätte mir mehr erwartet.« Heinz-Harald Frentzen war gar nicht zufrieden. Der Arrows- Fahrer hatte erneut große Probleme mit der Balance des Autos und kam nur auf den 15. Startplatz.

Neue »Mercedes-Arena« wird eingeweiht

Beim Jubiläums-Grand-Prix in der Eifel an diesem Sonntag (14.00 Uhr/live in RTL und Premiere), dem 75. Geburtstag der weltberühmten Rennstrecke, wird die neue »Mercedes-Arena« eingeweiht, die den Kurs in einer Art Schleife auf 5,146 km verlängert. Die Neuerung ist bei den Piloten umstritten. Michael Schumacher übte offen Kritik am neuen Streckenteil.

Streckenveränderungen kommen nicht gut an

Er sei »nicht so sehr begeistert«, meinte der Weltmeister. »Ich hatte mir etwas anderes versprochen. Es lässt sich nicht schön fahren. Und weil wir so tief sitzen, lassen sich verschiedene Kurven- Eingänge und -Ausgänge nicht einsehen.« Zwar biete die erste Kurve Überholmöglichkeiten, der Rest des Abschnitts sei relativ langsam und nicht flüssig. »Ich hätte mir gewünscht, dass die letzte Schikane auch geändert wird.« Montoya kritisierte: »Ich mag die neue Strecke nicht. Die Schikane zurück zum alten Kurs ist viel zu langsam. Mir war das alte Streckenlayout lieber.«

»Golderner Nürburg-Ring« für Michael Schumacher

Am Vorabend hatte Michael Schumacher eine Auszeichnung von den Veranstaltern seines Heim-Rennens erhalten. Für besondere Verdienste um die Eifel-Strecke bekam der 33-jährige Superstar den »Goldenen Nürburg-Ring«. Walter Kafitz, der Geschäftsführer der Nürburgring GmbH, erklärte: »Michael Schumacher ist der beste Botschafter seines Heim-Grand-Prix.«

Andrea Wimmer & Elmar Dreher, dpa

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