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FORMEL 1: Montreal: Wachablösung bei den Schumis

Schumi II vor Schumi I: Der Grand Prix von Kanada ist zu einer »Formel Schumacher« geworden, bei der Ralf in einem historischen Bruder-Duell über Weltmeister Michael triumphierte.

Schumi II vor Schumi I: Der Grand Prix von Kanada ist zu einer »Formel Schumacher« geworden, bei der Ralf in einem historischen Bruder-Duell über Weltmeister Michael triumphierte und damit die Hierarchie auf den Kopf stellte. Mit dem packenden Duell schrieben die Schumachers in Montreal erneut Formel-1-Geschichte, denn noch nie waren Brüder auf den Plätzen eins und zwei gelandet. Trotz der Niederlage gegen Ralf mit 20,2 Sekunden Rückstand durfte sich auch Michael als Sieger fühlen, er ist der Titelverteidigung im 8. Saisonrennen wieder ein Stück näher gekommen. Er vergrößerte seinen Vorsprung auf David Coulthard, der mit einem Motorschaden 14 Runden vor Schluss ausschied.

__________________________________________________________Nach dem Rennen:

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Tollen Job gemacht»

»Unsere Eltern werden sehr stolz sein«, sagte Michael Schumacher hinterher in der Pressekonferenz. »Das erste Brüderpaar auf eins und zwei. Den zweiten Sieg für Ralf, für mich sechs sehr wichtige Punkte. Das ist ein guter Tag für die Familie.« Ralf lobte Auto und Reifen als »fantastisch. Es war ein tolles Rennen. Ich habe auf einen Fehler von Michael gewartet, vergeblich. Wir beide haben einen tollen Job gemacht. Dann hat die Boxenstrategie entschieden«. Während des Rennens »habe ich immer gefühlt, dass ich die Oberhand hatte«. Auch BMW-Motorenchef Mario Theissen freute sich sehr: »Unsere Strategie ist total aufgegangen. Das Auto war fehlerfrei. Nach zehn Runden haben wir geahnt: Das kann aufgehen. Ralf hatte einfach den stärkeren Motor.«

Boxenstrategie entscheidend

Die Entscheidung im Hochgeschwindigkeitskampf der Brüder fiel, wie so oft in der Formel 1, abseits der Piste. Michael ging mit seinem Ferrari bereits in der 46. Runde zum Benzin-Nachfassen und Reifenwechsel an die Box. Dies nutzte Ralf fünf Runden lang, um einen beachtlichen Vorsprung herauszufahren. Er reichte, um nach eigenem Boxenstopp seinen Bruder endgültig an der Spitze abzulösen. Bis dahin hatte Michael das Fahrerfeld angeführt, von der 35. Runde an scharf bedrängt vom schnelleren Bruder, der seine Überholversuche jedoch immer wieder abbrach.

Für Ralf, der von Bruder Michael schon vor dem Rennen zum schärfsten Widersacher erklärt wurde, war es nach seinem Erfolg am 15. April im der zweite Sieg. Durch den Ausfall von Coulthard geht Michael Schumacher mit 18 Punkten Vorsprung in zwei Wochen auf den Nürburgring. Ralf Schumacher (22 Punkte) ist nun Vierter hinter Rubens Barrichello (24). Als dritter von Montreal sicherte sich der Finne Mika Häkkinen auf seinem McLaren-Mercedes erstmals in dieser Saison einen Platz auf dem Siegertreppchen.

Heidfeld im Pech

Für die beiden anderen deutschen Fahrer wurde der Große Preis von Kanada zum Pech-Rennen. Bereits in der zweiten Runde kam für den Mönchengladbacher Nick Heidfeld im Sauber-Petronas nach einem Crash mit dem Briten Eddie Irvine (Jaguar-Cosworth) das Aus. »Das war ein hundertprozentiger Irvine-Fehler. Er fuhr mir hinten rein«, berichtete Heidfeld. Heinz-Harald Frentzen erlebte das Rennen nur am Fernseher in Monte Carlo. Dorthin war der 34 Jahre alte Mönchengladbacher am Samstag nach seinem Trainingsunfall im Jordan- Honda vom Vortag geflogen. Sehstörungen und starke Kopfschmerzen machten eine eingehende ärztliche Untersuchung notwendig.

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