Formel 1 Weber: Schumi zündet nicht mehr


Michael Schumacher glaubt trotz seines Stotterstarts in seine Comeback-Saison an sich. Doch selbst wenn der Rekordchampion mit Mercedes irgendwann wieder Siege einfahren sollte, hält sein langjähriger Manager Willi Weber die seligen "Schumania"-Zeiten für passé. Und das liege vor allem an einem: Sebastian Vettel.

Michael Schumacher hegt keinerlei Zweifel an seinem Leistungsvermögen und will sich eine Vertragsverlängerung beim deutschen Formel-1-Team Mercedes offen halten. "Es ist viel zu früh, darüber nachzudenken. Aber das Team hat mir das offen gelassen. Und ich lasse es mir auch offen", sagte der 41-Jährige, der für drei Jahre bei dem schwäbischen Rennstall unterschrieben hat, in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Auf die Frage, ob man ihn eines ganz fernen Tages von irgendeiner Rennstrecke tragen müsse, entgegnete der Rekordweltmeister: "Nein, das glaube ich nicht." Er sei noch jung genug und habe es noch drauf. Aber ewig werde das nicht so sein. "Ich gehe davon aus, dass ich erkenne, wann es nicht mehr reicht. Und zwar bevor ich in die Situation komme", sagte Schumacher, der nach seinem Rücktritt Ende 2006 nach über dreijähriger Pause im März dieses Jahres sein Renn-Comeback gefeiert hat.

Schumi sieht sich auf dem richtigen Weg

Vor dem fünften Saisonlauf rangiert der 91-malige Grand-Prix-Gewinner lediglich auf dem zehnten Platz, mehr als zehn Punkte sprangen in den bisherigen vier Rennen nicht heraus. Verunsichert sei er aber nicht. "Nein, ich weiß ja, woran es liegt. Ich sehe den wirklichen Trend, eine stetige Steigerung. Ich bin selbstbewusst genug, zu wissen, dass ich dort hinkommen werde, wo ich hinkommen will", sagte der gebürtige Kerpener.

Die Geduld der Fans wird also auf eine harte Probe gestellt. Schumachers langjähriger Manager Willi Weber hat bereits eine "gewisse Schumi-Müdigkeit" ausgemacht. "Die Leute denken: Um Gottes Willen, wo fährt der denn rum? Man kennt ihn ja nur als Dauersieger", sagte Weber vor dem Europa-Auftakt der Formel 1, dem Großen Preis von Spanien, der "Bild"-Zeitung.

Früher habe es ganze Tribünen voll mit den Ferrari-Rotkäppchen gegeben. "Jetzt kann ich die silbernen Mützen an einer Hand abzählen. Auch bei der Sponsorensuche läuft's verhalten. Es ist leichter, eine 50 Jahre alte Jungfrau zu finden, als Sponsoren für die Formel 1", sagte Weber, der für die Merchandising-Artikel des siebenmaligen Champions zuständig ist.

"Vettel ist der neue Schumi"

Selbst wenn sich Erfolge Schumachers im Mercedes einstellen würden, sei er unsicher, ob man ein Niveau wie zu früheren Zeiten erreiche. Ein Grund dafür ist Sebastian Vettel, Vizeweltmeister und Hoffnungsträger von Red Bull im Kampf um die WM in diesem Jahr. "Wohin ich auch blicke, Vettel ist der neue Schumi. Er ist auf den Plakaten, in den TV-Werbespots die Nummer 1. Michael hat eine Lücke hinterlassen, und da ist der Sebastian jetzt reingewachsen", sagte Weber.

Für das Rennen in Barcelona erwartet Schumachers langjähriger Wegbegleiter, dass "Vettel im Red Bull auf der Strecke alle in Grund und Boden" fährt. Der WM-Titel für Schumacher schon in seinem ersten Comeback-Jahr ist für Weber nicht mehr realistisch. "Es muss ein Wunder passieren, wenn Michael dieses Jahr noch um die WM fährt. Ich denke, es dauert bis 2011, bis er das Team im Griff hat."

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker