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Formel1: Weltmeister aus Tradition

In den Fußstapfen des Vaters, aber mit Mika Häkkinen als Vorbild will sich Nico Rosberg einen Namen in der Formel 1 machen. Der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg wird 2006 als vierter Deutscher in der Königsklasse an den Start gehen.

"Dass ich jetzt Formel-1-Fahrer bin, ist schon der Hammer", sagt Rosberg: "Die Nachricht kam erst von Frank Williams über meinen Vater, kurz darauf hat es mir Williams dann auch persönlich gesagt." Nicos Vater Keke, 1982 mit Williams Weltmeister, platzte fast vor Stolz. "Papa hat durch keine Tür mehr gepasst", verrät Rosberg junior, der nach seinem Umstieg 2002 aus dem Kart in die Formel BMW gerade mal vier Jahre brauchte, um in der Königsklasse anzukommen. Nach dem souveränen Gewinn der Formel BMW mit neun Siegen fuhr er zwei Jahre in der Formel-3-Euroserie (4 Siege), bevor er in diesem Jahr in eindrucksvoller Manier mit acht Saisonsiegen den Titel in der neu geschaffenen GP2-Serie holte.

Vorbild Mika Häkkinen

Danach hatte sich seine Beförderung schon angedeutet. In dieser Saison war Rosberg, der bei BMW-Williams 2002 im Alter von 17 Jahren als jüngster Pilot überhaupt einen Formel-1-Wagen testen durfte, schon für die Weiß-Blauen als Testfahrer unterwegs. Auch abseits der Rennstrecke ist der in Wiesbaden geborene und in Monaco aufgewachsene Sonnyboy, der einen finnischen und einen deutschen Pass besitzt und sich mit Journalisten fließend in Englisch, Französisch, Deutsch und Italienisch ein Gewinn. Nur Finnisch spricht Nico nicht - zum Leidwesen seiner Oma Mumi und vieler finnischer Fans und Journalisten. Bezug zum Heimatland seines Vaters beweist der künftige Williams-Pilot allerdings durch sein sportliches Vorbild, das etwas überraschend nicht Rosberg heißt. Zwar respektiert er die Leistungen seines Vaters, "weil er aus dem Nirgendwo unglaublich viel erreicht hat. Als Vorbild würde ich aber eher Mika Häkkinen sehen, der ein sehr großer Rennfahrer war."

Erfolgreiche erste Testfahrten

Geholfen hat Keke Rosberg, der in 114 Grand Prix fünf Siege und den WM-Titel 1982 holte, seinem Sohn aber schon. "Dabei, wie ich mit den Medien umgehe, wie ich mich im Team verhalte", sagt Rosberg, dem der berühmte Name einige Türen geöffnet hat: "Aber ich muss auch immer selbst beweisen, dass ich es kann. Es ist ein bisschen schwierig, denn die Medien schauen auf mich, vergleichen mich mit meinem Vater und erwarten, dass ich auch so gut bin wie er. Es ist nicht so leicht, dem gerecht zu werden." Genaue Ziele für seine erste Saison setzt sich Rosberg noch nicht. "Das kommt auch auf das Auto an, da kann ich kein Resultat nennen. Mit einem Super-Auto muss man sich natürlich vornehmen, aufs Podium zu fahren", meint Rosberg. Worte, die sein Teamchef gerne hört. "Ich bin sicher, dass ich nur einer von vielen in der Formel 1 bin, der von Nicos Aussichten begeistert ist", sagt Sir Frank Williams: "Ich bin froh, dass er seinen Teil zur Formel-1-Geschichte beitragen will und bei uns unterschrieben hat."

Seinen ersten Einsatz im neuen Williams-Boliden hat Nico Rosberg übrigens auch schon hinter sich. Dabei hinterließ der Shooting-Star zum Auftakt der Testfahrten in Barcelona am Dienstag einen glänzenden Eindruck und war lediglich sieben Zehntelsekunden langsamer als der Tagesschnellste Christian Klien vom Red Bull Racing Rennstall.

sid

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