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Nico Rosberg: Mädchenschwarm und Musterschüler

Nico Rosberg ist schon ein Star: Der Sohn von Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg will in der neuen Saison aufs Podium - und Renault und Red Bull abhängen.

In zwei Formel-1-Jahren hat Nico Rosberg eine rasante Entwicklung genommen und ist auf dem besten Weg zum Superstar. Der einstige Stammgast beim Musiksender Viva geht in die neue Saison als klare Nummer eins des britischen Rennstalls Williams-Toyota. Neben BMW-Pilot Nick Heidfeld hat der Wiesbadener im deutschen Fahrer-Quintett die besten Chancen auf einen Podiumsplatz.

Sein Team beschreibt ihn als das "aufregendste Talent der Formel 1", auf der "Wetten dass..?"-Couch von Thomas Gottschalk macht er eine ähnlich gute Figur wie auf der Rennstrecke. Doch das Leben auf der Überholspur hat den sympathisch wirkenden 22-Jährigen nicht aus dem Gleichgewicht gebracht. "Er hat einen ziemlich guten Kopf auf seinen Schultern", sagt Vater Keke, der selbst mit Williams 1982 Weltmeister geworden war. "Ich werde so bleiben, wie ich bin", betont Rosberg junior.

Erbe von Michael Schumacher

Im vergangenen Jahr festigte der Sonnyboy auf beeindruckende Weise seinen Ruf als potenzieller deutscher Erbe auf Michael Schumachers Weltmeister-Thron. Der in Monte Carlo aufgewachsene und lebende GP2- Meister von 2005 dominierte im teaminternen Duell den Österreicher Alexander Wurz und wurde mit 20 Punkten Neunter der WM-Gesamtwertung. Lange galt er als heißester Anwärter auf die Nachfolge von Fernando Alonso bei McLaren-Mercedes. Doch sein Teamchef Frank Williams ließ ihn nicht gehen und gab seinem Zauberlehrling einen neuen, deutlich besser dotierten Vertrag bis Ende 2009.

Jetzt muss Rosberg beweisen, dass er das Traditions-Team tatsächlich führen kann. "Ich habe mich sehr stark entwickelt, auch auf der technischen Seite", sagt Rosberg, der beim Saisonfinale in Sao Paulo als Vierter nur knapp den ersten Podiumsplatz seiner Karriere verpasste.

Endlich mal aufs Podium

In dieser Saison soll es endlich mit der ersten Top-3-Platzierung klappen. "Es gehört sicher Glück dazu, aber es wäre schon cool", meint Rosberg. Und die Vorzeichen sind gut für den Williams-Piloten, für seinen neuen FW30 gab es nach den letzten Tests sogar Lob von Rekordweltmeister Schumacher. "Die sind nahe dran, aber wie nahe, weiß ich nicht", berichtet auch Keke Rosberg. Der Finne betreute seinen Sohn bis Dezember 2007 als Manager, hat diese Aufgabe jedoch inzwischen abgegeben. Künftig wird der Vater die Leistungen des Sohnes als TV-Experte für Pay-TV-Sender Premiere analysieren.

Als wichtigstes Saisonziel nennt der Filius, der dank Mama Sina neben dem finnischen auch einen deutschen Pass besitzt und deshalb unter deutsche Flagge fährt, Rang vier in der Konstrukteurswertung. "Wir wollen Renault und Red Bull schlagen", sagt Rosberg. Dem Herzenswunsch seiner Mutter wird das Naturtalent daher wohl kaum folgen können. "Sie sagt immer: "Fahr nicht so schnell!"

Christian Hollmann/DPA / DPA

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