Formel 1 Rosbergs silberner Flirt


Fünf Rennen vor Saisonende laufen die Personalplanungen der Formel 1 für das nächste Jahr auf Hochtouren. Heißer Kandidat auf einen Platz im McLaren-Mercedes ist Nico Rosberg. Andere Fahrer suchen ebenfalls einen neuen Arbeitgeber, darunter auch ein deutscher Routinier.

Nico Rosbergs Flirt mit den Silberpfeilen wird immer heißer, doch perfekt ist die Formel-1-Traumehe noch nicht. "Ich habe einen Wunschpartner, und da sieht es auch ganz gut aus. Aber es gibt mehrere Optionen", sagte der Wiesbadener der Deutschen Presse- Agentur in einem Interview in Berlin. Der Vertrag des 24-Jährigen beim Williams-Team endet nach dieser Saison. Seit Wochen halten sich hartnäckige Spekulationen im Fahrerlager, dass Rosberg der Top-Kandidat für die Nachfolge des Finnen Heikki Kovalainen bei McLaren-Mercedes ist. "Die Gespräche laufen noch, es steht noch nichts fest", erklärte der WM-Sechste zum Stand seiner Zukunftsplanung.

Ein Wechsel an die Seite von Weltmeister und Kumpel Lewis Hamilton in den zweiten Silberpfeil würde Rosberg wohl das ersehnte Siegerauto bescheren und zugleich Mercedes den langgehegten Wunsch eines deutschen Piloten erfüllen. Kovalainen ist unter den Erwartungen des britisch-schwäbischen Rennstalls geblieben und steht wohl auf der Streichliste. Doch fix ist nix. Neben Williams ist laut "Bild"-Zeitung auch WM-Spitzenreiter BrawnGP noch im Rennen um Rosberg. "Es sollte schon in den nächsten Wochen klar sein, lieber früher als später", meinte der Sohn des früheren Weltmeisters Keke Rosberg.

Längst nerven den sympathischen Blondschopf die schwierigen Verhandlungen. "Das ist schon eine Last, die ich mit mir herumtrage", bekannte er. Den drängenden Fragen nach einer Vereinbarung mit McLaren-Mercedes, die fünf Rennen vor Saisonende immer bohrender werden, begegnete er zuletzt stets mit einem gequälten Lächeln und vielsagendem Schweigen.

Der turbulente Saisonverlauf und die ungewisse Zukunft der PS-Branche machen die Wahl für Rosberg nicht einfach. "Leider ist der Fahrermarkt im Moment total unübersichtlich. Man weiß einfach nicht, wer was macht, welches Team im nächsten Jahr die besten Chancen hat", erklärte der Wahl-Monegasse. Der Ausstieg von BMW zum Jahresende hat auch Rosberg um eine Option für 2010 beraubt. Auch mit dem bayrischen Autobauer hatte er über einen Wechsel verhandelt. Stattdessen hat er mit den vorerst arbeitslosen BMW-Sauber-Fahrern Robert Kubica und Nick Heidfeld nun zwei weitere Rivalen im Kampf um ein Cockpit.

Angesichts der großen Unsicherheit könnte sich Rosberg am Ende sogar für ein weiteres Jahr mit der vertrauten Umgebung bei Williams begnügen, wo 2006 seine Formel-1-Karriere begann. Noch hat Sir Frank Williams das Tauziehen um den 65-maligen Grand-Prix-Teilnehmer nicht aufgegeben. "Ja, Williams ist auch eine Option. Das Team hat eine gute Entwicklung genommen", sagte Rosberg.

Für den Fall der Fälle allerdings steht Rosbergs Nachfolger schon bereit: Williams-Testfahrer Nico Hülkenberg. Der Emmericher hat den Titel in der Nachwuchsserie GP2-Serie fast sicher und betrieb damit beste Werbung für einen Formel-1-Stammplatz. "Er steht auf unserer Liste", sagte Williams-Technikdirektor Sam Michael.

Christian Hollmann/DPA DPA

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