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Großer Preis von Monaco: Debakel für Michael, Unfall von Ralf

Michael Schumacher erlebte erneut ein Debakel, Bruder Ralf fuhr seinen Toyota zu Schrott. Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes blieb in der ersten Qualifikation zum Großen Preis von Monaco klar vor Fernando Alonso.

Nur die Schumacher-Brüder kamen am Samstag vor dem Klassiker in Monte Carlo gewaltig vom Kurs ab. Gleich 2,542 Sekunden lag der Rekordweltmeister in seinem flügellahmen Ferrari hinter dem Finnen im Silberpfeil zurück und wurde lediglich Elfter.

"Weiter zurück geht es nicht. Insofern können wir nur nach vorne schauen", sagte Michael Schumacher. "Wir werden natürlich unsere Strategie anpassen und hoffen, damit das Optimale zu erreichen, so dass wir sicherlich in die Punkte reinfahren werden. Ich gehe mal davon aus, dass Rang fünf realistisch ist. Vielleicht ein bisschen besser."

Nick Heidfeld Sechster

Viel schneller als er war zunächst Ralf Schumacher unterwegs. Doch der Bruder des siebenmaligen Weltmeisters riskierte zu viel und krachte in der Tabac-Kurve mit weit über 150 Stundenkilometern in die Leitplanken. Zufrieden von den drei deutschen Formel-1-Piloten konnte nach dem Kräftemessen mit fast leeren Tanks nur Nick Heidfeld sein. Der BMW-Williams-Pilot geht nach starker Leistung als Sechster in den zweiten Teil der Qualifikation am Sonntagvormittag. Sein Teamkollege Mark Webber (Australien) wurde sogar Dritter.

"Für unser Team war es ein sehr gutes Ergebnis", freute sich BMW- Motorsportdirektor Mario Theissen. Vier Stunden vor dem Großen Preis von Monaco an diesem Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Premiere) findet zum letzten Mal der zweite Teil im Kampf um die Startplätze statt. Schon beim Großen Preis von Europa am Sonntag kommender Woche auf dem Nürburgring wird es keine Sonntags-Qualifikation mehr geben.

"Es lief ganz gut", sagte Heidfeld. 1,484 Sekunden war der Mönchengladbacher langsamer als Räikkönen. Der Barcelona-Sieger benötigte 1:13,644 Minuten für die 3,340 Kilometer lange Runde durch die Häuserschluchten. Der 200. Grand-Prix für Mercedes könnte mit einer Siegesfeier im Fürstentum enden. Räikkönen war immerhin satte vier Zehntelsekunden schneller als der spanische WM-Spitzenreiter Alonso im Renault. "Das war eine sensationelle Runde von Kimi. Hoffentlich geht das so weiter", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Ich bin nie in einem besseres Auto gefahren", sagte Räikkönen.

Michael Schumacher gutgelaunt, aber langsam

Obwohl weit abgeschlagen, blieb Michael Schumacher vor seinem 150. Grand Prix für Ferrari erstaunlich locker. "Ich wüsste nicht, warum ich mir die Laune verderben lassen sollte. Es hat sich abgezeichnet, dass sich das hier schwierig gestaltet. Ich bin optimistisch ins Wochenende gegangen, habe aber festgestellt, dass wir zu langsam waren", gab der fünfmalige Monaco-Sieger zu Protokoll.

Von der vernichtenden Kritik am F2005 durch seinen Teamkollegen Rubens Barrichello, der einen Platz vor ihm lag, wollte er nichts wissen. "Das ist nicht realistisch. Im Rennen sind wir schon einigermaßen bei der Musik."

Einen Schreck jagte dem Rekordchampion Bruder Ralf ein. "Im ersten Moment sah der Unfall heftig aus", sagte er. Sein Bruder, der schon im Training unverschuldet in einen Unfall verwickelt war, touchierte mit dem linken Reifen seines Toyotas die Leitplanke und krachte rechts mit voller Wucht in die Streckenbegrenzung.

Schumacher-Manager Willi Weber gab Entwarnung: "Er hat wahrscheinlich ein bisschen Kopfschmerzen. Ralf war auf einer Superrunde und ist volles Risiko gefahren. Er wollte die halbe Sekunde Strafe aufholen." Wegen einer falschen Reifenwahl im Training war Ralf Schumacher mit einer Zeitstrafe belegt worden. (Achtung: Weitere Zusammenfassung nach Reaktion Ralf Schumacher - ca. 60 Zeilen)

Volker Gundrum und Jens Marx/DPA

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