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Massa nach dem Unfall: "Warum bin ich hier?"

Nach seinem schlimmen Unfall auf dem Hungaroring geht es Formel-1-Pilot Felipe Massa zunehmend besser. Nur seine Augenverletzung bereitet den Ärzten noch leichte Sorge. Klar ist jetzt: An den Horror-Crash kann sich Massa nicht erinnern.

Felipe Massa kann nach Aussagen von Chefarzt Peter Bazso eventuell in anderthalb Wochen das Krankenhaus verlassen. Die Genesung des Formel-1-Piloten, der am Samstag auf dem Hungaroring in Budapest schwer verunglückt war, mache "gleichmäßige" Fortschritte, sagte Bazso am Dienstagmorgen im ungarischen Fernsehen. Der Ferrari-Fahrer könne immer längere Sätze sprechen. "Es ist zu erwarten, dass Massa die Klinik auf eigenen Beinen verlässt und wenn seine Genesung in diesem Tempo weitergeht, kann dies schon in zehn Tagen passieren."

Auch Massa Arzt Dino Altmann sieht erhebliche Fortschritte bei der Genesung des 28-Jährigen, der seit Montagnachmittag nicht mehr im künstlichen Koma liegt. Nichts weise derzeit auf Probleme bei der Rehabilitation hin, zitierte das brasilianische Nachrichtenportal globo.com Altmann am Montagabend (Ortszeit). Massas Vater, Luis Antônio, sagte, wenn die Genesung im bisherigen Tempo weiter verlaufe, gebe es die Chance, dass sein Sohn in zwei Tagen von der Intensivstation auf eine normale Station komme.

Bei einer Pressekonferenz im AEK-Krankenhaus am Montagabend hatte der behandelnde Chirurg Dr. Lajos Zsiros ebenfalls Hoffnung gemacht. Der in Monaco wohnhafte Ferrari-Pilot aus Sao Paulo habe kein Fieber mehr, auch wird Massa nicht mehr künstlich beatmet. Er sprach bereits wieder mit seiner Familie. "Eine weitere Verbesserung seines Zustandes kann erwartet werden", sagte Zsiros. In der Nacht auf Dienstag sollten keine weiteren Maßnahmen an Massa vorgenommen werden, hatte der Mediziner angekündigt. Auch Ferrari sprach auf seiner Homepage von einer weiteren Bestätigung der ermutigenden Signale, nachdem alle Tests der ungarischen Mediziner negativ ausgefallen waren.

Möglicherweise Verlegung von Massa

Was Massas Augenverletzung betrifft, erklärten die Ärzte, dass eine genaue Diagnose noch immer abzuwarten bleibe. Der medizinische Krankenhaus-Direktor Peter Bazso erklärte Medienberichten zufolge, dass es tatsächlich zu früh sei, um zu sagen, ob eine Schädigung vorliege. Am Montag war erklärt worden, dass der linke Sehnerv Massa leicht beschädigt sei. Massa könne das betroffene linke Auge aber noch immer nicht öffnen. Bazso: "Wir können weder eine positive noch eine negative Antwort geben."

Spekuliert wird, dass Massa möglicherweise zunächst von Budapest nach Paris in die Klinik des Mediziners Gérard Saillant verlegt werden könnte. Saillant behandelte bereits Massas ehemaligen Teamkollegen, Rekordweltmeister Michael Schumacher, der vor allem in italienischen Medien als Ersatz für den Brasilianer gefordert wird. Der 40-jährige Kerpener wolle sich in den nächsten Tagen nicht dazu äußern, hatte seine Sprecherin Sabine Kehm am Montag erklärt.

"Was mache ich hier im Krankenhaus?"

Massa war am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn mit etwa 190 Stundenkilometern frontal in einen Reifenstapel gekracht, nachdem er zuvor von einer etwa 800 Gramm schweren Stahlfeder am Helm getroffen worden war. Die Metallspirale hatte sich vom Zentraldämpfer an Rubens Barrichellos Brawn-Mercedes gelöst.

"Was ist passiert, warum bin ich hier?", hat Felipe Massa den diensthabenden Arzt im Budapester AEK-Krankenhaus gefragt. Dies berichtete "La Gazzetta dello Sport" am Dienstag auf ihrer Homepage. Auch seinen Bruder Eduardo soll der 28-jährige Brasilianer, der am Samstag bei der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn einen schrecklichen Unfall gehabt hatte, gefragt haben: "Was mache ich hier im Krankenhaus?" Erinnern kann sich Massa demnach nicht an den Unfall auf dem Hungaroring. "Wir müssen Gott danken, der ihn aus einer Situation gerettet hat, die fatal hätte enden können", wurde Massas Ehefrau Rafaela von "gazzetta.it" zitiert. "Jetzt geht es ihm gut und er wird sicher wieder seinen roten Rennwagen auf allen Pisten der Welt fahren", meinte sie.

DPA/kbe / DPA

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