Motorsport Die Formel 1 zieht in die Wüste


Der kleine Golfstaat zählt gerade einmal 630 000 Einwohner, doch auf die große Premiere bereitet er sich sehr eifrig vor: Erstmals wird Bahrain 2004 Austragungsort eines Grand Prix. Jetzt haben auch die Türkei und Indien Interesse bekundet.

Die Formel 1 zieht in die Wüste, der Golfstaat Bahrain bereitet sich eifrig auf die große Premiere vor - und in Zukunft könnten auch die Türkei und Indien Stationen der PS-Karawane sein. Sieben Monate vor dem ersten Grand Prix im arabischen Raum hat sich das Königreich am Golf in prächtigem Stil der Motorsport-Szene präsentiert. "Es ist eine große Ehre, hier bei Ihnen zu sein als neues Mitglied des Formel-1-Clubs", sagte Kronprinz Scheich Salman bin Hamad bin Isa Al Khalifa bei einer aufwendigen Veranstaltung vor der Kulisse des königlichen Palasts in Monza. Für angeblich 150 Millionen Dollar ist Bahrain im kommenden Jahr erstmals Austragungsort eines Grand Prix. "Das Land wird Sie mit offenen Armen empfangen", der Scheich an.

"Es wird schön"

"Wir sind im Plan", sagte Streckenarchitekt Hermann Tilke über die Vorbereitungen auf dem 169 Hektar großen Areal in der Shakir-Wüste unweit der Hauptstadt Manama. Ausgelegt soll der Kurs laut Tilke für bis zu 100 000 Besucher sein. "Es wird schön. Wir haben moderne arabische Architektur gewählt. In der Wüsten-Umgebung herrscht eine ganz besondere Atmosphäre", meinte Tilke, dessen Büro mittlerweile für rund 30 Strecken-(Um)bauten verantwortlich zeichnet.

Im vorläufigen Rennkalender ist die Veranstaltung in dem 630 000 Einwohner zählenden Golfstaat für den 4. April 2004 vorgesehen. Allerdings muss der 5,475 km lange Kurs zuvor noch die offizielle Abnahme durch den Sicherheitsbeauftragten des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA), Charlie Whiting, bestehen. "Wir glauben, dass die Anlage die beste der Welt ist", erklärte der Organisationschef, Scheich Fawaz bin Mohammed Al Khalifa.

Indien meldet Interesse an

Nachdem Bahrain und Schanghai (26.9.2004) im Kalender sind, meldet auch Indien Interesse an der Formel 1 an. Eine Delegation aus Hyderabad reiste nach Monza zu einem Treffen mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, um sich um einen Grand Prix zu bewerben. "Wenn alles gut geht, wird das erste Formel-1-Rennen in Hyderabad 2006 stattfinden", sagte der zuständige Minister Chandrababu Naidu. Zuletzt war in der Türkei der Grundstein für eine Strecke gelegt worden. Der Kurs nahe Istanbul soll rund 60 Millionen Dollar kosten und 2005 fertig sein.

Ecclestone lobte die Veranstalter in Bahrain. "Jahre lang haben wir versucht, die Formel 1 in diesem Teil der Erde zu etablieren. Dank Ihres Mutes ist es nun möglich geworden", sagte der Brite an die Adresse des Kronprinzen. Die Formel-1-Besucher wurden im Garten des Königspalastes in Monza vom Aufwand der Bahraini und von großen landesüblichen Zelten überrascht. Frauen in wallenden Gewändern, Männer zu Pferde und einheimische Musiker begrüßten die rund hundert Gäste. "Ich hoffe, dass sie diese Zelte im nächsten Jahr auch im Fahrerlager haben. Das wäre mal etwas anderes", meinte Niki Lauda. "Bahrain bringt frischen Wind und neue Kulturen in die Formel 1."

Andrea Wimmer DPA

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