Nick Heidfeld Ein Fahrer im Kreuzfeuer

Keine Spur von "Quick Nick": Nick Heidfeld erlebt momentan die schwerste Phase seiner Karriere. BMW-Sauber-Teamkollege Robert Kubica fährt ihm um die Ohren, das Auto ist sein Feind und potenzielle Nachfolger stehen parat. Er selbst zeigt Einsicht und redet Tacheles.
Von Jens Fischer

Nick Heidfeld steht unter Druck, denn der Fortgang seiner Karriere steht mehr denn je auf dem Spiel. Der deutsche BMW-Sauber-Pilot hat alle sechs teaminternen Qualifying-Duelle gegen den Polen Robert Kubica verloren, und auch in der Fahrer-WM-Wertung ist er nach dem Monaco-Grand-Prix hinter Kubica zurückgefallen.

Heidfeld steht im Brennpunkt - auch BMW-Sauber-Chef Dr. Mario Theissen, Spitzname: "Dr. Gnadenlos", erkennt die Probleme seines deutschen Fahrers und scheut sich nicht davor, Klartext zu reden: "Ich mache mir schon Sorgen um die Performance, natürlich", meinte Theissen nach der Qualifikation beim Großen Preis von Monaco, in der Heidfeld als 13. nicht einmal in die Top Ten gelangte.

Theissen weiter: "Wenn wir nicht da stehen, wo wir sein wollen oder glauben hinzugehören, dann muss man sich Sorgen machen. Das gilt genauso für die Technik wie für die Fahrer."

Heidfeld redet Tacheles

Aber Heidfeld weiß Bescheid und zeigt sich einsichtig: "Ich werde zusammen mit den Ingenieuren alles tun, um aus meinem Schlamassel herauszukommen", verspricht der Mönchengladbacher und konstatiert: "Man braucht da keine Krise anzudichten. Es ist offensichtlich, dass ich im Moment nicht zurecht komme, dass ich nicht die Pace fahren kann, die das Auto hat. Auf der anderen Seite weiß das Team, dass ich das Fahren nicht verlernt habe."

Kubica hoch geschätzt

Heidfeld gilt als Fahrer mit großem technischem Verständnis, schneller wird er momentan dadurch allerdings nicht. Zudem genießt Teamkollege Kubica mittlerweile ein extrem hohes Ansehen in der Königsklasse. "Vielleicht ist Kubica ein sehr, sehr guter Fahrer", meint zum Beispiel Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Jedenfalls ist Kubica einer, der als WM-Vierter mit sechs Zählern Rückstand dem Klassenprimus von McLaren-Mercedes sehr nahe ist.

In Monaco wurde Kubica Zweiter. Seine schlechtesten Resultate - abgesehen von dem Ausfall beim Auftaktrennen in Melbourne - sind in diesem Jahr die beiden vierten Ränge in Spanien und in der Türkei. "Ich denke, das ist nicht so schlecht", sagt Kubica, der erst seine zweite volle Saison für BMW-Sauber absolviert.

Kein Wunder, dass bereits erste Heidfeld-Nachfolger gehandelt werden. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung habe sich Ex-Weltmeister Fernando Alonso in Monte Carlo bereits in der BMW-Unterkunft mit seinem Freund Kubica getroffen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

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