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Auftakt in Melbourne: Saison startet am Wochenende: Warum es sich lohnt, dieses Jahr Formel 1 zu gucken

Ja, jede Formel-1-Saison wird als die spannendste der letzten Jahre angepriesen. Aber wir sind uns sicher: Mit dem jüngsten Feld aller Zeiten und der Rückkehr eines echten Veteranen mit Biss, könnte es dieses Jahr tatsächlich wahr sein.

Formel 1: Sebastian Vettel und Lewis Hamilton bei einer Testfahrt vor Saisonbeginn

Sebastian Vettel (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes) bei einer Testfahrt vor Saisonbeginn

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Am kommenden Wochenende geht es wieder los: Die Formel 1 feiert Saisonauftakt in Melbourne. Und auch wenn vielleicht nicht jeder Bock hat, sich am Samstagmorgen in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett zu schälen, um sich das Qualifying anzusehen, so dürfte es sich doch durchaus lohnen, beim Sonntagsfrühstück mal in die Wiederholung des Rennens zu schalten.

Denn auch wenn es vor jeder Saison wieder heißt, dass diese garantiert spannender wird als jede zuvor, sprechen einige Argumente dafür, dass die Rennsaison 2019 den einen oder anderen Hasen aus dem Hut zaubern wird.

Formel 1: Deshalb wird sich die Saison 2019 lohnen

1. Robert Kubica ist zurück

Der 34-Jährige Pole hat geschafft, was viele nicht für möglich hielten: Er fährt wieder als Stammfahrer für ein Formel-1-Team. Bereits in den Jahren 2006 bis 2010 war er fester Bestandteil der Königsklasse, bestritt Rennen für Sauber und Renault. In der Winterpause vor der Saison 2011 erlitt er während einer Rallye-Veranstaltung einen schweren Unfall, stand kurz davor, seine Hand zu verlieren. Doch Kubica kämpfte sich zurück. Bereits in der letzten Saison stand er bei Team Williams als Ersatzfahrer unter Vertrag und wird in diesem Jahr nach acht Jahren sein Comeback in der Formel 1 feiern.

Bei einer Pressekonferenz vor dem Rennwochenende fand Renault-Pilot Daniel Ricciardo warme Worte für den Rückkehrer: "Keiner von uns kann sich vorstellen, was Robert durchgemacht hat, um wieder hierher zurückzukommen, aber ich finde es fantastisch." Es sei ein klares Zeugnis seines Charakters.

Während Williams sich in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert haben, wird es spannend werden zu sehen, ob Rennfahr-Veteran Kubica ungeahnte Kräfte in dem Wagen wecken kann und ob er sich im Rennen genau so hartnäckig durchbeißen kann wie abseits der Strecke.

2. So jung war die Formel 1 noch nie

2019 wird das durchschnittliche Alter der Fahrer auf der Strecke 26 Jahre und drei Monate sein. Der jüngste Fahrer, McLaren's neuer Pilot Lando Norris, ist erst 19 Jahre alt. Will heißen: Als der älteste Fahrer in der Startaufstellung (Kimi Räikkönen) sein erstes Formel-1-Rennen fuhr, trug der jüngste Fahrer noch Windeln.

Und nicht nur Firmenboss Zak Brown und McLaren setzen auf junges Blut, auch Favoriten-Teams wie die Scuderia und Red Bull hoffen auf die Magie des Jungbrunnens. So hat Ferrari mit Charles Leclerc einem erst 21-jährigen jungen Talent den Vortritt vor dem langjährigen Stammfahrer und ehemaligen Weltmeister Kimi Räikkönen gegeben. Nach nur einem Jahr in der Formel 1 wechselte der Patensohn des verstorbenen Formel-1-Fahrers Jules Bianchi zu dieser Saison in Vettels Team, wo er sich gegen seinen neuen Teamkollegen wesentlich mehr wird beweisen muss, als zuvor gegen einen im Vergleich schwachen Marcus Ericsson. Räikkönen hingegen wird Leclercs alten Platz bei Sauber (ab 2019 Alfa Romeo Racing) einnehmen, was die Frage aufwerfen wird: Ist Räikkönen immer noch ein begnadeter Fahrer oder saß er nur die letzten Jahre in einem überragenden Auto?

Bei Red Bull setzt man nach dem freiwilligen Abgang von Daniel Ricciardo ebenfalls auf ein sehr junges Team. Max Verstappen wird 2019 mit nur 21 Jahren bereits seine vierte Saison für das Team von Christian Horner bestreiten. An seine Seite stellt man in diesem Jahr den 23-jährigen ehemalige Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly, der übrigens bereits seit Kindertagen gegen Ferrari-Neuling Leclerc fährt und wissen dürfte, wie er tickt. Ist das ein taktischer Vorteil, der es Red Bull erlauben könnte, der Scuderia in diesem Jahr noch näher auf den Pelz zu rücken?

Natürlich bekommen junge Fahrer, die entweder komplett neu in die Königsklasse aufsteigen oder von großen Teams gescoutet werden, jedes Jahr wieder Vorschusslorbeeren. Immerhin haben sie es sehr jung geschafft, sich einen Platz unter den besten 20 Rennfahrern der Welt zu sichern. Und doch dürfte der frische Wind zumindest ab Platz drei für ein bisschen Bewegung sorgen.

3. Daniel Ricciardo bei Renault

Erst in der letzten Saison hatten Christian Horner und Red Bull Racing verkündet, dass man in der Zukunft nicht länger mit Renault zusammenarbeiten und seine Motoren in der Zukunft lieber von Honda beziehen wolle. Das lag nicht zuletzt daran, dass der Dritte der Konstrukteursmeisterschaft immer wieder mit Fehlern und Wehwehchen im französischen Motor zu kämpfen hatte – die auch dem Australier Daniel Ricciardo das eine oder andere Rennen versauten.

Dennoch entschied sich Ricciardo, dem Renault-Motor hinterher zu reisen und zur Saison 2019 das Team zu wechseln – zu Renault. Ein Move, der nicht nur Red-Bull-Teamchef Horner überraschte. Er wolle sich von dem Team loslösen, das ihn bereits als jungen Fahrer aufgenommen hatte und als gestandener Fahrer in ein neues Team gehen, sagte Ricciardo erst kürzlich in der neuen Netflix-Dokumentation "Drive to Survive". Außerdem stand immer wieder die Frage im Raum, ob Red Bull taktisch nicht schon längst auf den viel jüngeren Verstappen setzen würde. Klar ist: Ricciardo will unbedingt Weltmeister werden und hofft, dass eine Position als klare Nummer Eins bei den Franzosen ihm dazu verhelfen wird.

4. Fernando Alonso hat Adiòs gesagt

Auch wenn er zuletzt mit McLaren nicht mehr viel reißen konnte, dürfte der Abgang des zweifachen Weltmeisters Spuren hinterlassen – nicht zuletzt, weil er bei McLaren inzwischen als einer der wichtigsten Entscheidungsträger galt. Außerdem ist der verdammich nochmal 18 Jahre lang Formel 1 gefahren und gehört in diese Liste. Und wenn nur aus Respekt. So nämlich.

Bevor es irgendein Miesepeter sagt…

Ja, Ferrari und Mercedes werden vermutlich wieder dominieren. Ja, damit meinen wir vor allem Lewis Hamilton und Sebastian Vettel. Es ist SEHR unwahrscheinlich, dass Leclerc sich direkt in seiner ersten Saison gegen seinen deutschen Teamkollegen wird durchsetzen können, aber das heißt ja nicht, dass er nicht trotzdem ein bisschen Ärger machen kann. Im ersten freien Training konnte er sich immerhin bereits auf dem dritten Platz positionieren.

Die wirklich interessanten Duelle fangen ab Platz 3 an, ja – aber da dürfte es in dieser Saison auf jeden Fall richtig abgehen. Und wenn das alles nicht hilft, wäre da immer noch die Tatsache, dass es ab dieser Saison einen extra Punkt für die schnellste Rennrunde gibt. So. Mehr Argumente haben wir nicht.

Also, wer will bei der Telefonkette zum Wecken fürs Qualifying mitmachen?

Gina-Maria Schumacher, die Tochter von Formel-1-Legende Michael Schumacher, zeigt sich in einem Post auf Instagram ganz natürlich.      .