Schumis letzter Freitag Lass dich schlagen, sei Briatore!


Alles zum letzten Mal. Jedenfalls als Formel-1-Pilot. Jedenfalls vorerst. In einer vierteiligen Serie begleitet stern.de Michael Schumacher glossierend durch dessen letzte Arbeitswoche. Heute: Das Problem der Arbeitsplatzwahl.
Von Elmar Brümmer

Letzte Ausfahrt Sao Paulo. Und jedes Mal, wenn Michael Schumacher vor dem entscheidenden Renn-Wochenende morgens in den Spiegel blickt, muss es wie ein Rückspiegel für ihn sein. Die große Preis-Frage heute: Welchen Job in der Szene könnte ich wohl in Zukunft übernehmen?

Vielleicht den von Jean Todt? Allerdings muss der Aufgabenbereich des Ferrari-Teamchefs nach der Verpflichtung von Kimi Räikkönen zwingend um die Beschaffung von Eiswürfeln erweitert werden. Der Iceman trinkt gern so, wie er fährt - ziemlich cool. Schumi besitzt Fachkenntnisse, wenn es darum geht, das Mütchen zu kühlen.

Vielleicht den von Ross Brawn? Der Renn-Stratege vergleicht sein Tun hinter der Boxenmauer doch gern als Schach mit Motoren. Und mit Denken und Lenken kennt sich Schumi aus. Mögen andere Backgammon auch für ein Relikt aus den Achtziger Jahren halten, einer wie er bleibt den Dingen treu. Das gilt fürs Brettspiel wie für den Waschbrettbauch.

Vielleicht den von Bernie Ecclestone?

Die beste Geschäftsidee wäre es, einen Rennfahrer zu entdecken, der alle in Grund und Boden fährt, und am besten einen deutschen Namen hat, der sich prima abkürzen lässt. Allerdings wäre dieser Job schnell erledigt, er müsste nur mal rübergehen ins Kinderzimmer. Gestatten: Mick Schumacher, sieben Jahre alt, Kart-Talent. Das Markenzeichen Schumi III sollte schon mal als Patent angemeldet werden. Willi Weber ist als Manager bereits vorgemerkt.

Vielleicht den von Flavio Briatore? Mit ein bisschen Überwindung die Haare strubbelig machen, die rote (Sonnen-)Brille gegen die blaue tauschen, das Englisch verschlechtern und das Italienisch verbessern. Wird doch wohl hinzubekommen sein. Schumi würde dann auch nicht mehr ganz so zugeknöpft wirken. Entscheidende Bedingung für den Rollentausch aber wäre: Sich nicht von Naomi Campbell schlagen lassen.

Vielleicht den von Michael Schumacher?

Der Job mit der besten aller Perspektiven. Damit könnte er weiterhin allen Problemen davon fahren, auch dem der Arbeitsplatzwahl. Oder einfach bleiben, wer er ist.


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