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Ex-Teammanager über die Anfänge: Briatore über Schumacher: "Alle haben mir von Michael abgeraten"

Michael Schumacher und Flavio Briatore waren Mitte der Neunzigerjahre das Erfolgsduo in der Formel 1. Doch der Teammanager musste einige Widerstände überwinden, bis er den Deutschen unter Vertrag nehmen konnte.

Flavio Briatore und Michael Schumacher begießen ihren Sieg 1995 in Japan

Flavio Briatore und Michael Schumacher begießen ihren Sieg 1995 in Japan

AFP

Flavio Briatore hat seine Glanzzeiten als Teammanager in der Formel 1 hinter sich. Allerdings konnten nur wenige solche Erfolge verbuchen wie er: In den Jahren 1994 und 1995 holte er mit dem Nachwuchsfahrer Michael Schumacher die Weltmeisterschaft für Benetton. Zehn Jahre später konnte er das Kunststück für den Rennstall Renault wiederholen. Mit seinem Schützling Fernando Alonso verwies er die Konkurrenz 2005 und 2006 in die Schranken. Die Dominanz Ferraris und ihres Stars Schumachers war endgültig gebrochen. Briatore hatte wieder bewiesen, dass er Talente zu Weltmeistern aufbauen konnte.

Seit diesen glorreichen Zeiten ist es um ihn ruhiger geworden - wenn man davon absieht, dass er sich 2010 fast eine Sperre des Automobilverbandes (FIA) eingehandelt hätte. Doch auch das ist Geschichte. Gut aufgelegt hat der Ex-Teammanager im Podcast "Beyond Victoy" des Weltmeisters Nico Rosberg über seine Anfangstage in der Königsklasse des Motorsports geplaudert. Briatore scherzt, bevor er vom Mode-Unternehmen Benetton zu dessen Rennstall wechselte, sei ihm nur Weltmeister Jackie Stewart ein Begriff gewesen. Er selber sei 1989 als absoluter Frischling in den Motorsport eingestiegen. 

Michael Schumachers Umgang mit dem Team war völlig neu

Natürlich kommen Rosberg und Briatore auch auf die Karriere Michael Schumachers zu sprechen. Den hatte Briatore 1991 vom Team Jordan zu Benetton gelotst. Doch dies ging nicht ganz ohne Widerstände über die Bühne: Schumacher hatte erst ein Rennen für das Team Jordan absolviert. "Damals haben mir alle von ihm abgeraten", blickt Briatore auf die Zeit zurück, als er auf den jungen Deutschen aufmerksam wurde. "Niemand war von Michael überzeugt." Zwar gestanden ihm Beobachter zu, in anderen Motorsportklassen bisher ganz passabel gefahren zu sein. "Doch viele hielten ihn für die Formel 1 ungeeignet", so Briatore. Von allen Seiten habe es über Schumacher geheißen: "Er ist nicht gut genug, er ist zu jung."

Doch Briatore setzte sich durch. Nur wenige Stunden nachdem er Schumacher den Vertrag geschickt habe, seien die Unterlagen mit Unterschrift zurückgekommen, berichtet das Urgestein im Podcast. Seinen Kollegen Nelson Piquet – immerhin dreifacher Weltmeister – konnte der Deutsche schon in den ersten Rennen deklassieren. Schumacher habe sich nie über das Auto beschwert, so der Ex-Teammanager gegenüber Rosberg. "Wenn es Probleme mit dem Rennwagen gab, hat sich Michael mit den Mechanikern zusammengesetzt", erzählt Briatore. Die anderen Fahrer hätten in solchen Fällen nur gemotzt, dass das Auto "scheiße ist". Schumachers Umgang mit dem Team sei völlig neu gewesen.

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