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Formel 1 in Aserbaidschan Vettel rast auf Platz 2 – Perez siegt nach Verstappen-Crash

Große Freude im Aston Martin F1 Team: Beim Stadtkurs in Baku erreicht Sebastian Vettel den zweiten Platz.
Große Freude im Aston Martin F1 Team: Beim Stadtkurs in Baku erreicht Sebastian Vettel den zweiten Platz.
© Maxim Shemetov - Pool / Getty Images
Max Verstappens Reifen-Tragödie von Baku führte Sebastian Vettel unerwartet zurück ins Formel-1-Podiumsglück. Der Aston-Martin-Pilot profitierte  in Aserbaidschan auch von einem dramatischen Crash.

Red-Bull-Pilot Sergio Perez hat das Formel-1-Rennen in Baku gewonnen. Der Mexikaner profitierte am Sonntag beim Großen Preis von Aserbaidschan von einem Reifenplatzer seines Teamkollegen Max Verstappen, der den sechsten Saisonlauf lange Zeit souverän angeführt hatte.

Sebastian Vettel steuerte seinen Aston Martin von Startplatz elf auf Rang zwei und kam damit zum ersten Mal für sein neues Team auf das Podium. Den dritten Rang belegte der Franzose Pierre Gasly im Alpha Tauri. Neuling Mick Schumacher beendete das Rennen am Kaspischen Meer auf Platz 14.

Vettel übertraf auf dem Stadtkurs am Kaspischen Meer sein bisher bestes Saisonergebnis als Fünfter von Monaco vor zwei Wochen deutlich, weil am Ende auch Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes ungestüm von der Strecke schoss und punktlos blieb.

Verstappen verpasst dritten Siasonsieg

Red-Bull-Fahrer Verstappen sah lange wie der sichere Gewinner aus, ehe er seinen dritten Sieg im sechsten Saisonrennen doch verfehlte. In der 47. von 51 Runden platzte ihm bei enorm hoher Geschwindigkeit plötzlich der linke Hinterreifen. Den Sieg sicherte sich Verstappens mexikanischer Teamkollege Sergio Perez vor Vettel und dem Franzosen Pierre Gasly im Alpha Tauri.

Red Bull verpasste so auf schockierende Weise noch den ersten Doppel-Erfolg seit Oktober 2016 in Malaysia. Immerhin stieg der frustrierte Verstappen nach einem harten Einschlag in der Streckenbegrenzung unverletzt ohne Probleme aus seinem Auto. Danach trat er enttäuscht gegen den Reifen und fasste sich an den Kopf.

Der Titel-Herausforderer behielt immerhin seine Führung in der WM-Wertung. Beim Neustart nach langer Unterbrechung riskierte der siebenmalige Champion Hamilton nämlich zu viel, verpasste die erste Kurve und kam als 16. ins Ziel. Für Vettel gab es dagegen zum zweiten Mal nacheinander satte Punkte.

Auch in der Vergangenheit war Vettel gut in Baku zurechtgekommen. Noch nie hatte er das Rennen am Kaspischen Meer schlechter als auf Rang vier beendet. Bei der letzten Austragung 2019 war er im Ferrari Zweiter geworden, ein Jahr zuvor stand er auf der Pole Position. Neuling Mick Schumacher steuerte seinen unterlegenen Haas-Rennwagen auf Platz 14.

Silberpfeile mit Problemen

Polesetter Charles Leclerc setzte sich einen Tag nach dem chaotischen Qualifying auch beim Start durch. Der Monegasse hatte am Samstag von einem vorzeitigen Abbruch profitiert und ließ Hamilton und Verstappen hinter sich. Schon in der dritten Runde nutzte Hamilton aber die lange Zielgerade und überholte Leclerc mühelos. Die Silberpfeile hatten in den Tagen zuvor größere Probleme und konnten bei den Zeitenjagden nicht mit Red Bull und Ferrari mithalten.

Während Verstappen in der siebten Runde an Leclerc vorbeikam und sich auf die Jagd nach Hamilton machte, hatte Sebastian Vettel schnell die Punkte im Blick. Der 33-Jährige kam dank eines guten Starts auf Rang neun nach vorne. Eine Quali-Unterbrechung hatte dem Hessen tags zuvor noch eine bessere Startposition vermiest. Nach Platz fünf vor zwei Wochen in Monaco zeigte Vettel wieder einen starken Auftritt und lag plötzlich sogar ganz vorne.

Formel-1-Pilot Sebastian Vettel

Erstmals seit dem Grand Prix 2019 in Brasilien führte er vor allem wegen der früheren Boxenstopps der Spitzenfahrer. An der Spitze zeigte der 53-malige Renngewinner eine fehlerlose Leistung, musste sich nach seinem Reifenwechsel aber wieder auf Rang sieben einordnen. Nur zu gerne hätte Vettel schon in diesem Jahr endlich wieder dauerhaft ganz vorn mitgemischt, doch dazu fehlt noch viel.

Kurz zuvor hatte Hamilton die Führung an Verstappen verloren. Zwei Wochen nach seinem Premierensieg in Monaco blieb der Herausforderer aus den Niederlanden, der es zuvor in Aserbaidschan noch nie auf das Podest geschafft hatte, auch nach seinem ersten Stopp an der Box vorn. Erstmals war Verstappen als Gesamtführender in ein Wochenende gestartet, weil Hamilton im Fürstentum nur Siebter geworden war.

Verstappen hielt den Titelverteidiger in der Folge auf Abstand, weil Red-Bull-Teamkollege Sergio Perez als Prellbock noch zwischen den Rivalen lag. Mit aller Gewalt versuchte Hamilton mit Perez mitzuhalten. "Ich verliere an Boden", funkte Hamilton noch vor der Hälfte des Rennens an sein Team und konnte gegen Perez nichts machen.

Das Safety Car muss raus

Nachdem Vettels Teamkollegen Lance Stroll bei hoher Geschwindigkeit der linke Hinterreifen platzte und er in die Streckenbegrenzung einschlug, musste das Safety Car auf die Strecke. Verstappen blieb auch nach dem Neustart klar vor Hamilton, dahinter überholte Vettel erst Leclerc und dann auch noch Pierre Gasly im Alpha Tauri. Anschließend sah alles nach einem ruhigen Rennende aus - bis Verstappen in der Mauer einschlug.

Für mehr als 40 Minuten war das Rennen danach unterbrochen. Dann ging es für zwei Runden noch einmal los. Und Hamilton verspielte die Chance auf die Rückeroberung der WM-Führung, während für Perez und Vettel der Tag endgültig perfekt war.

tib/DPA

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