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1. Bundesliga: Erster Gegenwind für Kölns Trainer Solbakken

Null Punkte und 1:8 Tore stehen für den 1. FC Köln nach zwei Spielen zu Buche. Der Konzepttrainer Stale Solbakken muss nach diesem suboptimalen Start und der Debatte um das Kapitänsamt schon mit heftigem Gegenwind klarkommen. "Im Inneren ist es für mich die Hölle", äußerte er sich nach der 1:5-Pleite in Gelsenkirchen.

Eigentlich hatte alles so gut begonnen. Sowohl die Saison als auch das Spiel gegen Schalke. Der Konzepttrainer Solbakken wurde nach Bekanntgabe seiner Verpflichtung mit vielen Vorschusslorbeeren bedacht. Doch die Stimmung schlug nach dem Entzug der Kapitänsbinde für Lukas Podolski um.   

Die Aufbruchsstimmung ist verpufft

Auch auf Schalke hatte alles gut begonnen. Köln stand defensiv kompakt und konnte mit 1:0 in Führung gehen. Doch nach dem umstrittenen Handelfmeter und dem 2:1 zerfiel das Defensivkonstrukt der Gäste in seine Einzelteile. Die Kölner waren fassungs- und orientierungslos, Kevin McKenna verirrte sich sogar in die falsche Kabine.

Trainer Stale Solbakken spürt nach den Gegentoren durch Klaas-Jan Huntelaar (42. Elfm./47./84.), Lewis Holtby (48.) und Raúl und der Bilanz von null Punkten und 1:8 Toren die immense Anspannung am Geißbockheim schon zu einem frühen Saisonzeitpunkt: "Im Inneren ist es für mich die Hölle." Dennoch bleibt der Norweger bei seiner Idee des Konzeptfußballs, auch wenn die erneute Pleite erst einmal die Laune auf den Nullpunkt sinken ließ. 

''Haben den Glauben verloren''

Solbakken, der Aufbruchstimmung entfachen sollte, war restlos bedient. Noch vor einer Woche hatte er sich vor das Team gestellt. Jetzt redete er Klartext, sprach angesichts der letzten halben Stunde von einer "Katastrophe" und "großen, einfachen Fehlern". Als Auslöser für den Untergang auf Schalke wurde der Handelfmeter ausgemacht. "In der Kabine war Unruhe wegen dieser Fehlentscheidung", sagte Solbakken laut Express. "Dann kam dieser Doppelschlag. Und danach haben wir den Glauben an uns verloren."

Den von ihm des Amtes enthobenen und teilweise völlig lustlos wirkenden Podolski nahm er lediglich für eine Phase der Partie in Schutz: "Er hat in der ersten Halbzeit sehr gut attackiert." Einen kurzfristigen Wechsel Podolskis zu einem anderen Verein schloss er "zu 100 Prozent" aus. Solbakken ist sich der Gefahr bewusst, in der er schwebt. Er muss nun im nächsten Spiel gegen Kaiserslautern und danach beim HSV punkten.

''Die Medien sind nicht schlimm''

"Ich weiß, dass wir sehr großen Druck haben werden. Und das ist verdient, wenn man acht Tore in zwei Spielen kassiert." Das größte Problem des 43-Jährigen, der mit dem FC Kopenhagen die Champions League aufmischte, ist die mentale Verfassung seines Teams: "Wir haben uns unserem Schicksal ergeben. Nach dem Doppelschlag war der Kopf nicht mehr dabei. Ein Tor, und die Mannschaft bricht psychisch zusammen."

Doch Solbakken will bei seinem Konzept bleiben und hat kein Problem mit den Medien, die nun hart mit ihm ins Gericht gehen. "Es seid nicht ihr Medien, die für mich schlimm sind. Sondern mein verletzter Stolz. Aber ich bleibe bei meinem Konzept. Deshalb hat der FC mich gefragt, deshalb hat man mich gekauft", so der Trainer zum Express. "Es braucht etwas Zeit, um eine verändertes Konzept zum Tragen zu bringen", fügte er an. Wie viel Zeit er in Köln bekommt, hängt letztlich auch von den Ergebnissen, die er gegen Kaiserslautern und den HSV einfährt ab.

sportal.de / sportal

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