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1. Bundesliga Rudi Völler bezieht Stellung im Fall Michael Ballack

Rudi Völler hat sein Schweigen gebrochen: Der Leverkusener Sportdirektor hat in einem Rundumschlag Michael Ballack und dessen Berater, aber auch Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser angegriffen. Die Verpflichtung Ballacks verteidigte Völler trotz der Querelen der letzten Wochen.

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hat in einer leidenschaftlichen Rede Partei für Michael Ballack ergriffen, aber auch nicht mit Kritik gespart. Neben Ballack bekamen auch Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und vor allem Ballack-Berater Michael Becker ihr Fett weg.

"Wir wollen in der Rückrunde voll angreifen, dazu brauchen wir auch Michael Ballack. Seine Verpflichtung war richtig", sagte Völler vor dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Allerdings richtete er im Rahmen seines Rundumschlags auch einen klaren Appell an Ballack: "Versteck' dich nicht in deinem Schneckenhaus."

Keine Untergangsstimmung

In den vergangenen Tagen war mehrfach über den vorzeitigen Abschied Ballacks aus Leverkusen spekuliert worden. Es kam zu Disharmonien mit Geschäftsführer Holzhäuser, der öffentlich mit Ballack abgerechnet hatte, nachdem der frühere Nationalspieler nach einer Auswechselung gegenüber Trainer Robin Dutt den Handschlag verweigerte. "Es war zu früh von ihm, das Projekt Ballack als gescheitert anzusehen. Er ist übers Ziel hinaus geschossen", sagte Völler an Holzhäuser gerichtet. Der Geschäftsführer wollte den Fall Ballack sogar "abwicklen".

Völler, der als Nationaltrainer mit dem Führungsspieler Ballack 2002 das WM-Finale erreicht hatte, geht davon aus, dass sich der 35 Jahre alte Mittelfeldmann bis zum Abschluss seines Vertrags am Saisonende reinhängen werde. "Wir wollen vermeiden, eine Untergangsstimmung zu kreieren", sagte Völler. Er äußerte allerdings auch seinen Unmut, weil er von dem 98-maligen Nationalspieler Dinge erwartet habe, "die er nicht gemacht hat."

"Dunkelgelbe Karte"

Zugleich fand Völler harsche Wort gegen Ballacks Berater Michael Becker, der seinen Schützling im Zuge der Auseinandersetzungen verteidigt und die Leverkusener Vereinsführung kritisiert hatte. "Es ist Ballacks Pflicht, sich zu äußern. Aber nicht über seinen Berater, der meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben", erklärte Völler.

Becker habe von Bayer die "dunkelgelbe Karte" erhalten und drohte mit Stadionverbot in der BayArena: "Es darf nicht mehr passieren, dass er Bayer so angreift." Völler empfahl zudem Ballack, dass er nicht mehr seinen Berater vorschieben solle und selbst "die beleidigte Leberwurst spielt".

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