HOME

1. Bundesliga: Schalke deklassiert Werder Bremen

Schalke zeigte sich bissig, kompakt und blitzschnell im Umschaltspiel. Werder Bremen spielte jeweils zehn Minuten nach Anpfiff und Wiederanpfiff mit, steckte aber allzu schnell auf. Die Knappen lieferte mit dem 5:0 ihre beste Saisonleistung ab. Vorneweg der Spanier Raul, der drei Treffer erzielte.

Nach einer furiosen Torejagd gewann Schalke 04 das Verfolgerduell gegen Werder Bremen deutlich mit 5:0 (2:0) und schlossen mit 34 Punkten zum Zweiten Borussia Dortmund auf. Vor 54.000 Zuschauern sorgten der dreimal erfolgreiche Spanier Raúl (16./20./63. Minute) sowie Kyriakos Papadopoulos (67.) und Klaas Jan Huntelaar (70.) mit seinem 15. Saisontor für das Schalker Schützenfest. Werder verlor durch die dritte Auswärtsniederlage nacheinander den Anschluss an die Spitze.

Schalke ohne Lewis Holtby

Bei Schalke fehlten die verletzten Jefferson Farfan, Peer Kluge, Jan Moravek, Tim Hoogland und Levian Kenia. Kurzfristig musste auch Lewis Holtby passen (Fußverletzung). Bei Werder fielen Sebastian Boenisch, Mikael Silvestre, Tim Borowski und Mehmet Ekici, sowie die beiden gesperrten Sokratis und Aaron Hunt aus.

Die Gäste aus Bremen agierten im 4-4-2, mit der gewohnten Raute im Mittelfeld. Florian Trinks agierte als Zehner – Marko Marin saß nur auf der Bank. Schalke spielt neuerdings ein ähnliches System, in ihrem 4-4-2 agierte Marco Höger auf der rechten Seite, Jose Manuel Jurado links, Raul offensiv zentral und Jermaine Jones als klassischer Sechser.

Schalke übernahm die Kontrolle 

Beide Teams zeigten sich zehn Minuten ebenbürtig, danach übernahmen die Hausherren das Kommando. Schalke hatte durch das Sturmduo Teemu Pukki und Klaas-Jan Huntelaar die erste Doppelchance. Zunächst scheiterte Pukki nach Jurado-Flanke mit einem Kopfball, der knapp am langen Pfosten vorbeistrich. Die nächste Chance bereitete ebenfalls Jurado mit einer Flanke von der linken Seite vor, am Elfmeterpunkt verpasste Huntelaar, der vom herausgeeilten Tim Wiese irritiert wurde (11.).

Die Schalker Führung deutete sich an, vollstreckt wurde sie von Raul. Nachdem ein Eckball bei Huntelaar gelandet war und dieser mit seinem Schuss nur den Pfosten traf, konnte Raul den von Wiese noch abgeprallten Ball ins Tor drücken (16.). Schalke blieb das offensiv gefährlichere Team. Christian Fuchs schlenzte einen Ball genau in den Lauf von Raul, der elf Meter vor dem Tor Probleme mit der Ballannahme hatte, Huntelaar war mitgelaufen und passte den abgeprallten Ball erneut auf Raul, der aus abseitsverdächtiger Position zum 2:0 einschob (20.).

Werder fahrig, lethargisch und zweikampfschwach 

Werder spielte den letzten Ball oft zu ungenau. In der 24. Minute hatte Pizarro die erste Halbchance, doch Manuel Gräfe hatte fälschlicher Weise auf Abseits entschieden. Bremen blieb fahrlässig in der Deckung, im Spielaufbau verloren die Bremer viele Bälle. Kurz vor der Pause hatten die überlegenen Schalker noch zwei große Möglichkeiten. Pukki und Huntelaar versuchten es aus ähnlicher Position, ca. 15 Meter vor dem Tor scheiterten sie an einem starken Tim Wiese (42./43.).

Thomas Schaaf reagierte und brachte Marko Arnautovic für den indisponierten Sebastian Prödl. Clemens Fritz wechselte auf die rechte Außenverteidigerposition und Florian Trinks auf die Halbposition im Mittelfeld. Arnautovic spielte hinter den Spitzen. Bremen kam engagiert aus der Kabine, Naldo vergab eine erste Kopfballchance nach einer Ecke (49.). Die nächste Tormöglichkeit für nun aggressive und offensivere Bremer hatte Markus Rosenberg. Seinen Flachschuss aus 15 Metern hielt Lars Unnerstall mit einer Fußabwehr (53.).

Raul macht alles klar 

Schalke kam nun zu Konterchancen, doch Pukki vergab, von Schmitz bedrängt, die erste, spitzelte den Ball allein vor Wiese am rechten Pfosten vorbei (55.). Bremens zarte Anfangsoffensive in der zweiten Hälfte wurde jäh gestoppt. Raul spielte den Ball auf die linke Seite, Christian Fuchs nahm den Ball auf, Raul hob den Arm, sprintete in den Sechzehner und köpfte die zielgenaue Flanke zum 3:0 in die Maschen (62.).

Der Bremer Widerstand war nun endgültig gebrochen. Infolge einer Ecke flankte Jurado auf Kyriakos Papadopoulos, der zum 4:0 einköpfte (67.). Das Spiel war noch nicht zu Ende. Marco Höger flankte auf Huntelaar, der den Ball gefühlvoll ins lange Eck lupfte, den Spielstand damit auf 5:0 erhöhte (70.). 

Raul: Torschütze und Regisseur

Das Ergebnis ging in Ordnung, denn Schalke hätte schon in Halbzeit eins höher in Führung liegen können. Bremen zeigte nur in den ersten zehn Minuten nach Anpfiff und Wiederanpfiff, dass sie die Partie gewinnen wollten. Die aus einer kompakten Defensive spielenden Schalker begeisterten durch schnelles Offensivspiel. Jurado und Raul zogen die Fäden, in der Spitze wirkten Huntelaar, Pukki und eben jener Raul immer brandgefährlich. 

Michel Massing 

sportal.de / sportal

Wissenscommunity