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2. Bundesliga: Daun entzaubert Daum

Der Daum-Effekt war beim 1. FC Köln nur von kurzer Dauer: Der Einstand des neuen Trainers misslang gründlich. Der Duisburger Markus Daun war mit zwei Treffern der Mann des Abends.

Daun statt Daum - der Einstand von Christoph Daum als vermeintlicher "Heilsbringer" des 1. FC Köln ist gründlich missraten. In seinem ersten Spiel auf der Trainerbank eines deutschen Profi-Club seit gut sechs Jahren unterlag sein Team im Zweitliga-Schlagerspiel gegen den MSV Duisburg mit 1:3 (0:2). Der Duisburger Angreifer Markus Daun stahl dem Fußball-Lehrer vor 48.000 Zuschauern im RheinEnergieStadion beim "Comeback des Jahres" mit zwei Treffern (18./30.) die Show. Klemen Lavric machte mit seinem Treffer (80.) den Daum-Fehlstart perfekt. Daran konnte auch der Ehrentreffer von Mariano Tripodi (90.+2) nichts mehr ändern.

Die Hoffnung der FC-Fans auf eine mit dem Amtsantritt von Daum einhergehende Zeitenwende erhielt damit einen ersten empfindlichen Dämpfer. Immerhin ist ein Aufstiegsplatz nun neun Punkte entfernt. Zudem sah Abwehrspieler Alpay in der 67. Minute nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote-Karte. Dagegen kehrte der reifere MSV mit dem verdienten Sieg auf Rang 3 zurück.

Fans mit Daum-Masken

Dabei hatte aus Kölner Sicht alles so vielversprechend begonnen: Schon zu Wochenbeginn sorgte das erste von Rückkehrer Daum geleitete offizielle Training für Karnevalsstimmung. Unmittelbar vor dem Anpfiff verlegten einige Fans den Rosenmontag kurzerhand um elf Wochen vor: Sie trugen Daum-Masken, die sie zuvor aus einer Kölner Boulevard-Zeitung ausgeschnitten hatten. Ein Spruchband vor der Südtribüne mit der Aufschrift "Herzlichen Willkommen Christoph, eine Stadt wartete auf Dich voller Sehnsucht auf Erfolg" gab die Erwartungshaltung wieder.

Doch die gute Stimmung auf der Tribüne übertrug sich nicht auf die Mannschaft. Sie erwischte einen Fehlstart. In der 18. Minute nutzte Stürmer Daun einen Abspielfehler in der FC-Deckung und überwand den zu weit vor seinem Tor postierten Kölner Keeper Stefan Wessels mit einem Heber aus 20 Metern. Nur zwölf Minuten später trat der erst zum zweiten Mal bei einem Meisterschaftsspiel in die Duisburger Startformation beorderte ehemalige Nürnberger zum 2:0. Ein Zuspiel von Marco Caligiuri drückte Daun aus kurzer Distanz über die Linie.

Dieser Doppelschlag hinterließ bei denen vor allem in der Deckung unsicheren Kölnern Wirkung: Zwar waren sie bei Chancen von Adil Chihi (19.) und einem Latten-Kopfball von Matthias Scherz (33.) einem Treffer nahe, von Erstligareife aber meilenweit entfernt. Daran sollte sich auch nach dem Wiederanpfiff nichts ändern. Bei einem Distanzschuss traf Daun das Lattenkreuz. Gegen die nach dem Platzverweis von Alpay dezimierten Kölner erzielten die Duisburger sogar noch das 3:0 durch Lavric. Dem 1.FC Köln gelang nur noch der Ehrentreffer in der Nachspielzeit.

Heinz Büse/DPA

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