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2. Bundesliga: Torloses Unentschieden zwischen Düsseldorf und St. Pauli

Ein 0:0 im Verfolgerduell zwischen Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli hilft keinem der beiden Teams, aber es lässt Eintracht Frankfurt und die Spielvereinigung Fürth jubilieren, die mit sieben bzw. sechs Punkten Vorsprung auf den dritten Platz in den Saisonendspurt gehen.

In einem packenden, aber technisch nicht auf höchstem Niveau stehenden Topspiel der 2. Liga trennten sich Fortuna Düsseldorf und der FC St. Pauli am Montagabend 0:0 und konnten damit den Rückstand auf Eintracht Frankfurt und die SpVgg Fürth nicht verringern. Bis zum Platzverweis gegen Carlos Zambrano war St. Pauli die bessere Mannschaft, musste am Ende aber mit einem Punkt zufrieden sein.

Norbert Meier konnte auf die zuletzt gesperrten Tobias Levels und Oliver Fink zurückgreifen, die Christian Weber und Adam Matuschyk wieder auf die Bank verdrängten. Dafür fehlte Maximilian Beister gegen die Hamburger gesperrt, für ihn kam Thomas Bröker zum Einsatz. Schließlich erhielt Ranisav Jovanovic im Sturm den Vorzug vor Ken Ilsö. St. Paulis Coach André Schubert änderte seine Startelf nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Energie Cottbus auf zwei Positionen und brachte Carsten Rothenbach und Deniz Naki für Sebastian Schachten und Florian Bruns.

Mehr als 40.000 Zuschauer in Düsseldorf stellten eine bundesligawürdige Kulisse dar, aber sie bekamen zunächst nur vom Tempo und der Intensität her eine bundesligareife Leistung der beiden Mannschaften geboten. Zu stabil standen meist die Abwehrformationen, als dass echte Torchancen sich ergeben hätten. So gab es eigentlich auch nur eine richtige Torchance vor der Pause, diese für Fink, der nach einer Flanke von Levels am kurzen Pfosten nur knapp am Tor vorbei köpfte.

Kaum Highlights vor der Pause

Davon abgesehen waren die größten Aufreger ein zurecht wegen Abseitsstellung nicht anerkanntes Tor von Marius Ebbers und eine Unsicherheit von St. Paulis Keeper Benedikt Pliquett, der eine Hereingabe von Bröker nicht festhalten konnte, dann aber im Nachfassen gerade noch vor Jovanovic zu retten vermochte.

Klingt nicht nach Szenen, über die Sie in einem Spielbericht zwingend informiert werden wollen? Stimmt, aber schlecht war das spektakelarme Spiel nicht, nur eben - ja: unspektakulär. Bis zur 52. Minute zumindest. Da trat Kruse eine Ecke von rechts Richtung kurzer Pfosten, Fabian Boll verlängerte, indem er den Ball über seinen kurzen Polizisten-Scheitel rutschen ließ, und Rothenbach drückte das Leder am langen Pfosten haarscharf am selben vorbei - leider auf der falschen Seite.

St. Pauli wurde nun immer stärker und kam zu mehr Gelegenheiten. Nach einem von Andreas Lambertz an Kruse verschuldeten Freistoß zwang Boll Fortuna-Keeper Robert Almer im zweiten Versuch zu einer guten Fußabwehr, und nachdem Kruse durch einen Hackentrick von Fin Bartels eingesetzt worden war, musste abermals Almer sein Können zur Geltung bringen.

St. Pauli wurde besser - bis Zambrano kam, sah und spuckte

Mitte der zweiten Hälfte begann sich die Hamburger Überlegenheit darin zu manifestieren, dass die Gäste nun mehr und mehr Spieler an den eigenen Angriffen beteiligten - doch genau darauf hatten die Düsseldorfer nur gewartet und begannen, durch Konter ihrerseits Gefahr zu verbreiten. Trotz allem blieben die Hamburger dominant - bis der schon verwarnte Carlos Zambrano für sein mindestens sechstes Foul des Abends am eingewechselten Sascha Dum die Ampelkarte des guten Schiedsrichters Wolfgang Stark sah.

Der Unparteiische zeigte Rösler, der gestikulierend den Platzverweis gefordert hatte, korrekterweise noch Gelb und schickte Zambrano vom Platz. Dabei kam es noch zu Tumulten, als der Hamburger Rösler, wie Fernsehbilder zeigten, noch anzuspucken schien - möglicherweise ein Fall für eine nachträgliche Sperre.

In der Schlussphase geriet St. Pauli in Unterzahl dann noch einmal stark unter Druck, verteidigte aber bravourös und konnte so den verdienten Punkt sichern. Schon am Gründonnerstag muss Fortuna nun in Rostock antreten, St. Pauli spielt am Ostersamstag beim FSV Frankfurt.

Daniel Raecke

sportal.de / sportal

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