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Islamistische Hilfsorganisation: Bundesliga-Profi wehrt sich gegen "Verleumdungskampagne"

Der Darmstädter Fußball-Profi Änis Ben-Hatira unterstützt eine salafistische Hilfsorganisation, die Fans haben den Spieler aufgefordert, sich zu distanzieren. Jetzt wehrt er sich.

Änis Ben-Hatira, Darmstädter Fußball-Profi, unterstützt die salafistische Hilfsorganisation Ansaar International

"Alles absoluter Quatsch": Änis Ben-Hatira sieht kein Problem in seinem Engagement

Bundesliga-Profi Änis Ben-Hatira vom SV Darmstadt 98 hat sich erneut zu seinem Engagement für eine umstrittene islamische Hilfsorganisation bekannt und seinen Kritikern unter den Fans des eigenen Vereins "eine Verleumdungskampagne gegen mich" vorgeworfen. "Schämt ihr euch nicht für solche Aktionen? Denkt ihr wirklich, ich lasse mich dadurch einschüchtern?", schreibt der in Berlin geborene tunesische Nationalspieler auf seiner Facebook-Seite.

Er sei jemand, "der sich sozial einbringt und vor allem für Völkerverständigung steht, also für die Gleichbehandlung zwischen Menschen verschiedener Hautfarbe, Ethnien oder Glaubensrichtungen kämpft", erklärt Ben-Hatira weiter. "Von irgendwelchen radikalen Aktivitäten" sei bei den von ihm unterstützten Projekten nie etwas zu sehen gewesen. "Alles absoluter Quatsch."

Fans fordern Änis Ben-Hatira auf, sich zu distanzieren 

Darmstädter Fans und auch Politiker kritisieren den 28-Jährigen massiv, weil er für die Organisation Ansaar International wirbt, die als salafistisch gilt. Beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach wurde am Samstag im Stadion ein Flugblatt verteilt, in dem ein Fan-Bündnis Ben-Hatira dazu auffordert, sich von der Organisation zu distanzieren.

Im Verfassungsschutzbericht des Landes Nordrhein-Westfalen für das Jahr 2015 wird Ansaar International als "Bestandteil der extremistisch-salafistischen Szene" gewertet. Bei Spendensammlungen seien "international bekannte und angesehene salafistische Prediger als besondere Attraktionen eingebunden" worden, heißt es. Mitglieder treten regelmäßig an Informationsständen und bei Aktionen zur Verteilung des Korans in Erscheinung. Im Jahr 2014 soll Ansaar International für die Krisenregionen Gaza, Syrien und Somalia über 1,3 Millionen Euro eingesammelt haben. Gegründet wurde die Organisation laut Wikipedia 2012 unter dem Namen Ansaar Düsseldorf e. V.


tis / DPA

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