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Fußball-Bundesliga: Dortmund feiert Punkt gegen HSV, Bayerns Robben sieht Rot

Jubel beim Tabellenführer: Borussia Dortmund hat durch einen Treffer in letzter Minute noch den Ausgleich gegen zehn Hamburger geschafft. Die Bayern fallen durch das Remis gegen Nürnberg in der Tabelle hinter Hannover zurück - und Robben verliert nach dem Schlusspfiff die Nerven.

Der Tabellenführer wankte, aber er fiel nicht: Durch ein Tor von Jakub Blaszczykowski in der Nachspielzeit erkämpfte Borussia Dortmund am 29. Spieltag ein 1:1 beim Hamburger SV und baute seinen Vorsprung vor Verfolger Bayer Leverkusen vorerst auf acht Punkte aus. Der Tabellenzweite kann den Rückstand mit einem Sieg an diesem Sonntag gegen den FC St. Pauli allerdings wieder verkürzen.

Derweil verdrängte Hannover 96 den FC Bayern München fünf Runden vor Saisonende wieder vom dritten Tabellenplatz. Die Niedersachsen bezwangen den FSV Mainz 05 mit 2:0, während sich der Rekordmeister beim 1. FC Nürnberg mit einem 1:1 zufriedengeben musste und anschließend noch Arjen Robben durch eine rote Karte verloren. Der FC Schalke 04 kam bei der Rückkehr seines Ex-Trainers Felix Magath nach Gelsenkirchen zu einem 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg. Der SC Freiburg bezwang 1899 Hoffenheim im Südwestderby mit 3:2.

Klopp, das Rumpelstilzchen


Es lief die letzte Minute der Nachspielzeit, als die Spieler von Borussia Dortmund einen letzten Angriff wagten, um die Niederlage beim Hamburger SV abzuwenden. Der Tabellenführer lief seit einem Elfmetertor durch Ruud van Nistelrooy in der ersten Halbzeit einem Rückstand hinterher. Gegen zuletzt zehn Hamburger waren sie drückend überlegend gewesen, hatten aber viele gute Torchancen nicht genutzt – das größte Manko der jungen Mannschaft von Jürgen Klopp in der gesamten Rückrunde. Dann aber segelte noch einmal eine Flanke in den Hamburger Strafraum, der eingewechselte Patrick Owomoyela verlängerte per Kopf und Jakub "Kuba" Blasczcykowski drosch den Ball volley in die Maschen.

Der Ausgleich ließ die Dortmunder jubeln, als hätten sie gerade vorzeitig die Meisterschaft gewonnen. Trainer Klopp sprang wie ein Rumpelstilzchen mit Atomantrieb an der Seitenlinie auf und ab und beglückwünschte gleich nach Abpfiff überschwänglich seine Spieler. Im Schlussspurt der Meisterschaft zählt jeder Punkt. Noch wichtiger ist der späte Ausgleich für die Moral. Eine Niederlage in Hamburg und ein wahrscheinlicher Sieg von Verfolger Leverkusen morgen gegen den FC St. Pauli – das hätte sich zu einem schweren Wirkungstreffer für den Spitzenreiter entwickeln können, dessen Punktevorsprung seit Wochen kontinuierlich schmilzt. So wankte der BVB, ging aber nicht k.o.

Van Nistelrooy erzielt Führung


Die Hamburger waren am Samstagnachmittag durch Ruud van Nistelrooy vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volkspark nach 39 Minuten per Foulelfmeter in Führung gegangen. In der 78. Minute musste Änis Ben-Hatira nach einer Gelb-Roten Karte vom Platz. Spätestens von diesem Zeitpunkt an, konnte sich die Hamburger nicht mehr aus der Umklammerung der Dortmunder befreien, die einen Angriff nach dem anderen auf das Tor von Frank Rost fuhren.

Zu Beginn des Spiels hatten beide Teams zunächst großen Respekt voreinander. Der HSV suchte sein Heil in der Offensive, scheiterte aber mit Einzelaktionen von Eljero Elia und van Nistelrooy in der Anfangsviertelstunde an der gut gestaffelten Abwehr der Gäste.

Mario Götze vergibt viele Chancen


Anders als im Hinspiel, als der HSV beim 0:2 gar nicht in die Partie kam, zeigten die Norddeutschen großes Engagement. Trotzdem blieb im Spiel in der ersten halben Stunde vieles Stückwerk. Kevin Großkreutz und Lucas Barrios vergaben ihre Chancen zur Dortmunder Führung. Bis zur 38. Minute: Da wurde Mladen Petric von Mats Hummels im Strafraum gefoult – van Nistelrooy verwandelte den Foulelfmeter sicher ins rechte Eck. Sekunden später prüfte Ben-Hatira Keeper Roman Weidenfeller, der den Distanzschuss gerade so über die Latte lenkte. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich vereitelte Gojko Kacar auf der Linie, als Mario Götze einen Abpraller von David Jarolim aus Kurzdistanz einschieben wollte.

Die zweiten 45 Minuten begannen die Hanseaten forsch, aber glücklos. Der BVB drehte jetzt aber auf. Wieder war es Götze, der eine Großchance vergab, als er nur wenige Meter vor dem Gehäuse von Frank Rost den Ball über das Tor lenkte. Dortmund hatte das Spiel jetzt im Griff und erhöhte den Druck nach dem Platzverweis für Änis Ben-Hatira in der 78. Minte noch einmal. Piszczeck und Barrios scheiterten erneut, bis die Nachspielzeit kam und die Dortmunder einen mehr als hoch verdienten Punktgewinn feiern konnten.

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Im fränkisch-bayerischen Derby beim Nürnberger "Club" waren die Bayern zwar die klar tonangebende Mannschaft, doch zum vierten Erfolg nacheinander reichte es nicht. Christian Eigler bestrafte in der 60. Minute einen kapitalen Fehler von Bayern-Keeper Thomas Kraft mit dem Ausgleich. Nationalstürmer Thomas Müller (4.) hatte die Münchner früh in Führung gebracht. Nach Spielende sah Arjen Robben die Rote Karte bei den Bayern, deren Saisonziel Champions League nach dem Sturz auf Rang vier wieder in große Gefahr geraten ist.

Hannover beweist seine Heimstärke


Den unerwarteten Punktverlust des Rivalen nutzte Hannover, das gegen Mainz einmal mehr seine Heimstärke demonstrierte. Mit dem 2:0 gelang der achte Sieg in den letzten neun Partien in der AWD-Arena. Didier Ya Konan (45.+1/Foulelfmeter) mit seinem 13. Saisontreffer und Sergio Pinto (59.) schossen die Niedersachsen weiter in Richtung Europa. 05-Abwehrspieler Nikolce Noveski sah kurz vor der Pause die Rote Karte und schwächte seine Mannschaft damit entscheidend.

Vier Tage nach der Fußball-Gala in Mailand bot Schalke beim Heim-Debüt von Ralf Rangnick lange Zeit fußballerische Magerkost und spannte seinen Anhang auf die Folter. Erst in der 76. Minute gelang Jose Manuel Jurado das erlösende 1:0 gegen den VfL Wolfsburg, der unter Magaths Regie weiter sieglos ist und nicht von Relegationsplatz 16 wegkommt.

Freiburg ringt Hoffenheim nieder


Mit zehn Spielern rang der SC Freiburg seinen Tabellennachbarn Hoffenheim mit 3:2 nieder. Papiss Demba Cisse (60./Foulelfmeter), der nach seinem 20. Saisontreffer allein die Torschützenliste anführt, und Heiko Butscher (78.) beendeten die Negativserie für den zuletzt fünfmal sieglosen Sportclub. Nach der Roten Karte gegen Pavel Krmas (33.) musste der SC in Unterzahl spielen. Vedad Ibisevic (34./Foulelfmeter) und Ryan Babel (42.) mit seinem ersten Liga-Tor hatten die Führung der Gastgeber durch Julian Schuster (24.) wettgemacht.

Im Abendspiel erlitt der VfB Stuttgart gegen den 1. FC Kaiserslautern einen herben Rückschlag im Abstiegskampf, während die Pfälzer einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machten. Dank zweier Tore des so lange erfolglosen Srdjan Lakic hat der Aufsteiger das Kellerduell mit 4:2 (1:2) bei den Schwaben gewonnen. Lakic köpfte in der 79. Minute das eminent wichtige 3:2 für den FCK, nachdem er seinen Verein bereits in der 17. Minute mit 1:0 in Führung gebracht hatte. Der Kroate beendete damit am Samstagabend auch eine Ladehemmung von über zwölf Stunden.

Der VfB baut in der zweiten Halbzeit ab


Der schwache VfB schien das Spiel zuvor durch Tore von Zdravko Kuzmanovic (26. per Foulelfmeter) und Pawel Pogrebnjak (39.) gedreht zu haben. Erwin Hoffer glich in der 68. Minute zum 2:2 aus, Stiven Rivic setzte den Schlusspunkt (86.). Für die Stuttgarter endete damit ein energischer Zwischenspurt von fünf Spielen ohne Niederlage. Sie haben nun weiter zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz, der FCK schon sechs. "Nie mehr zweite Liga", sangen die Gäste-Fans.

tis/DPA / DPA

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