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Wegen Plattenhardt-Foto Hertha BSC geht rechtlich gegen die AfD vor

Hertha BSC hat der AfD im Streit um das Twitter-Foto mit Marvin Plattenhardt ein Ultimatum gesetzt
Hertha BSC hat der AfD im Streit um das Twitter-Foto mit Marvin Plattenhardt ein Ultimatum gesetzt
© Screenshot/Twitter.com AfD-Fraktion Berlin
Hertha-Spieler Marvin Plattenhardt hat die AfD aufgefordert, ein über Twitter verbreitetes Bild von ihm mit einem Abgeordneten zu löschen. Weil die Partei sich weigert, hat der Verein nun eine einstweilige Verfügung erwirkt.

Im Streit mit der AfD hat Hertha BSC nun auch rechtliche Schritte eingeleitet. Der Verein hat über einen Anwalt beim Landgericht Berlin einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen die Partei gestellt. "Wir hatten die Partei gestern aufgefordert, den Tweet mit Marvin Plattenhardt bis 19 Uhr zu löschen. Das ist nicht geschehen, deshalb haben wir einen Anwalt eingeschaltet", sagte Hertha-Sprecher Marcus Jung am Dienstag und bestätigte damit eine Meldung der "Bild"-Zeitung.

Nach dem 2:1 gegen Dortmund hatte sich der AfD-Abgeordnete und Partei-Sportsprecher Frank Scheermesser in Fan-Pose zusammen mit Plattenhardt fotografieren lassen. Der Spieler hatte mit einem Freistoßtreffer in der 71. Spielminute für den Heimsieg seiner Mannschaft gesorgt. Die Partei verbreitete das Foto daraufhin über Twitter mit dem Hashtag "#Glücksbringer".

Plattenhardt wehrt sich

Mit wem er sich da fotografieren ließ, wusste Plattenhardt allerdings nicht. Nachdem er von dem Bild erfahren hatte und von Fans um Aufklärung gebeten worden war, distanzierte er sich sofort und mit klaren Worten. "Danke für den Hinweis. Hatte keine Ahnung, mit wem ich mich da fotografieren lasse. Frechheit! Ich distanziere mich klar!"

In einem weitere Tweet forderte er die Partei auf, das Foto zu löschen, was aber bisher noch nicht geschehen ist. Der 25-Jährige hatte schon angekündigt, möglicherweise einen Rechtsanwalt einschalten zu wollen.

Der Verein hatte sich sofort hinter den Spieler gestellt und eine Kontaktaufnahme mit der AfD abgelehnt. Die Partei hatte laut dem Sender RBB das Foto nicht löschen, sondern mit Hertha Kontakt aufnehmen wollen. Manager Michael Preetz lehnte das aber ab. "Diese Partei hat genug Aufmerksamkeit bekommen durch ihr Vorgehen. Von unserer Seite gibt es da keinen Wunsch zur Kontaktaufnahme", sagte er. Plattenhardt habe alles richtig gemacht. Er habe das gemacht, was die meisten Prominenten machen, Wünsche nach einem gemeinsamen Foto erfüllt. "Wir sollten einen Strich ziehen", erklärte der Hertha-Manager.

Colonia Claudia/YouTube
car DPA

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