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Ballack-Interview:: "Warum sollte ich mich ändern?"

Michael Ballack: "Warum sollte ich mich ändern?"

Hamburg - Michael Ballack will auch nach der Kritik, die in letzter Zeit an seinem Auftreten als Führungsspieler beim FC Bayern München laut wurde, seinen Stil nicht ändern. "Warum sollte ich?", sagte er in einem Interview mit dem stern. "Ich habe meine Linie gefunden, und davon lasse ich mich nicht abbringen."

Zwar ärgere sich Ballack, der zweimal Deutschlands Fußballer des Jahres, Vizeweltmeister und Kopf der Nationalelf wurde, immer noch über mitunter fehlende Anerkennung. "Aber inzwischen schmunzele ich schon, wenn ich sehe, wie schnell sich manche Experten im Wind drehen – von Spiel zu Spiel, je nach Ergebnis. Kritik von solchen Leuten lässt mich inzwischen kalt."

Nachdem er vor neun Monaten die defensive Taktik seines Trainers Ottmar Hitzfeld öffentlich kritisiert hatte, interpretierte Ballack im stern-Interview noch einmal seine neue Rolle in München. Weil in Leverkusen das Spielsystem offensiver ausgerichtet gewesen sei und er mehr Tore geschossen habe, stoße er in München auf ganz besondere Erwartungen. "Die zwei offensiven Mittelfeldspieler bei Bayern müssen aber viel mehr defensiv arbeiten. Und dann sagen alle: Wo ist der Ballack denn?" Er betonte, das sei aber "trotzdem kein Problem" für ihn.

Auch den Kritikern, die ihm vorhalten, dass er nicht in der Manier seines Vorgängers Stefan Effenberg als Führungsspieler agiere, trat Ballack im stern-Interview entgegen: "Ich bin ein ganz anderer Spielertyp." Und im Hinblick darauf, dass Effenberg eine schwache letzte Saison bei den Bayern gespielt hatte, stellte Ballack fest: "Offensichtlich ist das Erinnerungsvermögen bei einigen nicht sehr ausgeprägt. Sonst würden sie so etwas nicht erzählen."

Wie im stern-Interview deutlich wird, orientiert sich Ballack eher an Spielertypen wie dem französischen Weltstar Zinedine Zidane, auf den er am kommenden Samstag im Länderspiel gegen Frankreich trifft. Er könne sich zwar nicht mit Zidane vergleichen, der "sicher spektakulärer" sei als er. "Aber er ist auch nicht der Stratege," so Ballack, "sondern ein Einzelkönner." Zidane führe das Spiel "durch seine Klasse am Ball. Er beweist: Es geht auch so."

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