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Bayern München: "Kämpfen für Olli" - Die Bayern machen mobil

Nach dem Schock in der "T-Frage" und der 0:3- Abfuhr in Bremen steht Bayern München am Scheideweg. Zwei Pflichtaufgaben werden zu Prüfsteinen auf dem Weg zum Doppel-Double.

"Wir müssen jetzt Flagge zeigen, indem wir in den nächsten Spielen die Qualität und Stärke des FC Bayern unter Beweis stellen. Das fängt am Mittwoch gegen St. Pauli an und geht mit den nächsten Spielen in der Bundesliga weiter", sagte Karl-Heinz Rummenigge. Der Bayern-Chef rief am Montag auf der Vereins-Homepage zudem das Motto "Kämpfen für Olli" aus: "Es müssen jetzt alle Vollgas geben, und ich betone alle, damit unser Kapitän Oliver Kahn am 13. Mai die Meisterschale in Händen hält."

"Kämpfen für Olli"

Auch Uli Hoeneß befürchtet, dass das Pokal-Halbfinale am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD live) beim Regionalligisten FC St. Pauli sowie das Bundesliga-Heimspiel am Ostersamstag gegen Arminia Bielefeld keine Selbstläufer werden: "Es wird sicher noch eng werden in der Meisterschaft und im DFB-Pokal", sagte der Bayern-Manager.

Die Münchner wollen am Saisonende der erste Club der deutschen Fußball-Geschichte sein, der den Pokalsieg und die Meisterschaft aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt hat. Nach dem Aus in der Champions League hatte der Rekordmeister das Double noch entschlossener ins Visier genommen. Doch mittlerweile ist der Vorsprung in der Bundesliga von neun Punkten Ende März auf nur noch vier Zähler geschrumpft. "Wir müssen ruhig bleiben, dürfen uns aber nicht zu sicher sein und uns auf dem Vorsprung ausruhen, denn der schmilzt langsam", warnte Mittelfeld-Ass Michael Ballack die Kollegen nach dem 0:3 bei Werder Bremen vor einer "gefährlichen Situation" in der Liga.

Üben für den Hamburger Matschacker

Dass die Münchner aber auch Respekt vor der unbequemen Aufgabe im Pokal haben, zeigten sie am turbulenten Wochenende. Statt im Liga- Spitzenspiel auf der Bank zu sitzen, nahm Co-Trainer Seppo Eichkorn den Kult-Club vom Kiez beim 0:1 in Jena unter die Lupe. Um sich auf die katastrophalen Bodenverhältnisse am Hamburger Millerntor einzustellen, wich der FC Bayern beim Sonntag-Training extra auf einen holprigen Nebenplatz aus. "St. Pauli wird nicht viel tun, um die Platzverhältnisse zu verbessern", sagte Trainer Felix Magath, auf den nicht nur mit den sportlichen Zielen in dieser Saison große Herausforderungen zukommen. Nach der Spielzeit und dem praktisch feststehenden Ballack-Abgang muss er das Team entscheidend umbauen.

"Wir könnten uns in der Bundesliga noch eine Niederlage erlauben und wären immer noch Tabellenführer. Insofern ist bei uns nichts passiert", betonte Magath. In der Tat ist die Ausgangslage im Titelkampf nicht nur weiterhin komfortabel, sondern die möglichen Trophäen würden durch die zurückgekehrte Spannung sportlich sogar aufgewertet. Ob die Münchner jedoch auf Double-Kurs bleiben, hängt auch davon ab, wie sie die Ausbootung von Oliver Kahn als Nummer 1 im deutschen WM-Tor wegstecken. Ballack & Co versprachen ihrem Kapitän volle Unterstützung in dessen sportlich wohl schwierigsten Tagen.

Blessuren und Genesungen

Über den Spielführer hinaus gab es am Wochenende personelle Sorgen. Ballack schlug sich erneut mit Schambeinproblemen herum. Die angeschlagenen Akteure Lucio und Bixente Lizarazu konnten am Sonntag ebenfalls nicht mit dem Team trainieren. Eine frohe Botschaft vom Wochenende ging fast unter: Roque Santa Cruz feierte sein Comeback nach fünf Monaten Verletzungspause wegen eines Kreuzbandrisses.

Christian Kunz/DPA

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